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Bergbaukonzern : BHP Billiton beglückt Aktionäre mit 10 Milliarden Dollar

Kupferanoden bei der Kupfer- und Uranmine „Olympic Dam“ von BHP Billiton Bild: Reuters

Das Schiefergasgeschäft in Amerika war für den Bergbaukonzern BHP Billiton ein Fiasko. Der Erlös aus dem Verkauf geht nun an die Aktionäre. Der Handelskonflikt aber lässt dunklere Wolken aufziehen.

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          BHP Billiton hat Wort gehalten gehalten. Der weltgrößte Rohstoffkonzern beglückt seine Anteilseigner mit einem Geldregen. Das Unternehmen kauft zum einen eigene Aktien zurück, zum anderen schüttet es eine Sonderdividende aus.

          Christoph Hein
          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Auf diese Weise wird BHP Billiton 10,4 Milliarden Dollar an seine Eigentümer verteilen. Die Sonderdividende in Höhe von 5,2 Milliarden Dollar soll am 30. Januar ausgeschüttet werden. Ihre Höhe wird am 17. Dezember festgelegt werden, Analysten schätzten sie am Mittwoch auf rund 1,40 Dollar je Aktie. Direkt nach der Ankündigung am Mittwochmorgen stieg der Kurs der BHP-Aktie um gut 6 Prozent.

          Das Geld, das den Aktionären zugute kommt, stammt aus dem zuvor besiegelten Verkauf der Fehlinvestitionen in die amerikanische Schiefergasproduktion (Eagle Ford, Haynesville und Permian Onshore) an die britische BP für 10,5 Milliarden Dollar. Unter anderem hatte der Neuaktionär Elliott Management, der auch bei Thyssen-Krupp eine entscheidende Rolle spielte, die Australier zum Verkauf gedrängt. Für den Kauf der Gasfelder hatte BHP Billiton 2011 allein rund 20 Milliarden Dollar gezahlt. Hinzu kamen später große Summen zu deren Entwicklung.

          BHP GROUP LTD. DL -,50

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          Derzeit kauft auch der große Konkurrent, die australisch-britische Rio Tinto, Aktien über 3,2 Milliarden Dollar zurück und lässt damit Erlöse aus dem Verkauf seiner Kohleaktivitäten in Australien an die Aktionäre zurückfließen. Aus diesem Grund gelten diese Monate als die lukrativsten für Anleger in australische Bodenschatzpapiere.

          BHP-Vorstandschef Andrew Mackenzie sagte am Mittwoch: „Rechnen wir die Rückgabe der 10,4 Milliarden Dollar nun ein, haben unsere Aktionäre in den vergangenen zwei Jahren insgesamt 21 Milliarden Dollar erhalten.“ Allerdings zeigt die Ausschüttung auch, dass die Bodenschatzgiganten derzeit keine lohnenden Investitionen irgendwo auf der Welt sehen. Sie treiben ihre Produktivität mit großer Anstrengung voran und sparen, wo sie können.

          RIO TINTO LTD

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          Neue Felder erscheinen entweder überteuert, oder sie sind unzugänglich – oft auch aus politischen Gründen. Erst Mitte der Woche hatten die BHP-Billition-Manager vor den Folgen des Handelsstreites zwischen Amerika und China gewarnt. Das Unternehmen rechne nun mit einem jeweils um 0,5 bis 0,75 Prozentpunkte niedrigerem Wachstum der Gesamtleistung der beiden Konkurrenten, sagte BHP-Verkaufvorstand Arnoud Balhuizen auf einer Branchenkonferenz in Melbourne. 

          Dies werde 2019 und 2020 auch das globale Wachstum dämpfen. „Das bestätigt, dass die Schutzmaßnahmen im Handel Verlierer auf beiden Seiten hervorbringen werden.” Bislang habe das Unternehmen selbst freilich noch keine Auswirkungen des Zollstreits gespürt.

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