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Beyond Meat : Nur ein Dämpfer für den fleischlosen Burger

Sieht aus wie ein Burger, riecht wie ein Burger, ist aber fleischlos. Bild: obs/LIDL

Der Aktienkurs des Lebensmittelkonzerns Beyond Meat ist deutlich unter die Räder gekommen. Das Potential des Unternehmen wird aber unverändert hoch eingeschätzt.

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          Die Kinderserie Spongebob Schwammkopf erzählt die Geschichte des gleichnamigen Schwammes, der zusammen mit seiner Haus-Schnecke in einer Ananas unter Wasser lebt. Und dennoch: So unrealistisch wie Kinderserien nun mal sind, so real sind die Burger, die der in einem Fastfood-Restaurant arbeitende Schwamm zubereitet. Sesambrötchen, Käse, Salat, Tomate, Zwiebel, Soße nach geheimer Rezeptur – und eine Bulette aus Fleisch.

          Antonia Mannweiler

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Dass aber auch fleischlose Burger erfolgreich verkauft werden, beweist der jüngste Erfolg des amerikanischen Unternehmens Beyond Meat, das am Dienstag jedoch einen starken Dämpfer hinnehmen musste. Deren Burger besteht nämlich nicht aus Rindfleisch, sondern aus Erbseneiweiß, Kartoffelstärke, Kokosöl und einem Rote-Bete-Farbstoff.

          Das kalifornische Unternehmen wurde 2009 gegründet, an der Nasdaq ist es seit Anfang Mai gelistet. Der Kurs stieg zunächst auf das Sechseinhalbfache. Notierte die Aktie zum Börsendebüt noch bei 25 Dollar, so lag sie nach der Veröffentlichung der starken Quartalszahlen in der vergangenen Woche bei 168 Dollar. In den ersten drei Monaten hatte Beyond Meat rund 40 Millionen Dollar Umsatz erwirtschaftet und damit stolze 215 Prozent mehr als noch im Vorjahresvergleich. Doch trotz des beachtlichen Umsatzwachstums erwirtschaftete das Unternehmen bislang keinen Gewinn. Im vergangenen Quartal betrug der Verlust 6,6 Millionen Dollar.

          Beyond Meat

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          Die Kursrally erhielt am Dienstag einen erheblichen Dämpfer, nachdem Analysten von JP Morgan ihre Empfehlung für die Aktie auf „Neutral“ senkten. Der Aktienkurs schloss rund 25 Prozent im Minus bei rund 126 Dollar. Nachdem das Unternehmen noch einen Tag zuvor mit 10,1 Milliarden Dollar bewertet wurde, schrumpfte die Bewertung auf 7,6 Milliarden Dollar. Eine solch hohe Bewertung, wie es bei dem Papier der Fall war, könne zu einer ernsthaften Korrektur führen, auch wenn das Potential des Unternehmens im Markt weiterhin attraktiv bleibe, schrieb der Analyst.

          Trotz des herben Kursverlustes raten alle neun von Bloomberg befragten Analysten dazu, das Papier zu halten oder zu kaufen. Die Lebensmittelindustrie hat den Wunsch nach fleischlosen Alternativen schon längst erkannt. Eine solche, die jedoch nach dem Original schmeckt, gab es noch nicht. Beyond Meat wirbt genau damit und mit dem ökologischen Fußabdruck seiner Produkte im Vergleich zu herkömmlichen Burger.

          Die fleischlose Variante verbrauche für die Herstellung 99 Prozent weniger Wasser, 93 Prozent weniger Land, 90 Prozent weniger CO2 und 46 Prozent weniger Energie. Das Produkt kommt an der Theke gut an. Als etwa der Lebensmitteldiscounter Lidl die Burger anbot, waren sie schon nach wenigen Minuten ausverkauft. Das hatten zunächst auch einige Börsianer unterschätzt und setzten auf fallende Kurse. Die sogenannten „Shortseller“ verloren nach Angaben des Finanzanalysten S3 insgesamt rund 400 Millionen Dollar.

          Einen Teil dieser Verluste dürften sie wieder wettgemacht haben. Denn nach dem Kursrutsch ging es wieder aufwärts. Mit 141,97 Dollar notiert die Aktie aber immer noch rund 26 Dollar unter ihrem Höchstkurs.

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