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Auf Nummer sicher : Benko und Bridgepoint sichern Börsengang von Signa Sports ab

  • Aktualisiert am

Signa-Holding-Gründer Rene Benko Bild: dpa

Die Eigentümer der Berliner Online-Sporthandelsplattform treffen Vorkehrungen, damit das Unternehmen in den Vereinigten Staaten auf jeden Fall an den Markt gehen kann. Abermals geht es um einen SPAC.

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          Die Eigentümer von Signa Sports United (SSU) sichern den Börsengang der Berliner Sport-Onlinehandelsplattform in den USA gegen den möglichen Ausstieg enttäuschter Investoren ab. Der österreichische Investor Rene Benko und der Finanzinvestor Bridgepoint sind bereit, zusammen notfalls bis zu 178 Millionen Dollar in Aktien des Börsenneulings zu stecken, wenn Aktionäre der börsennotierten leeren Unternehmenshülle (SPAC) Yucaipa ihre Anteile bei der geplanten Fusion mit SSU zurückgeben. „Das gibt uns Transaktionssicherheit für die strategische Verbindung der zwei größten Online-Fahrradhändler“, sagte der designierte SSU-Chef Mike Özkan.

          Benko, dessen Unternehmensgruppe Signa die Mehrheit an SSU gehört, will das Unternehmen an die New Yorker Börse bringen, indem SSU auf Yucaipa verschmolzen wird. Yucaipa hatte schon 345 Millionen Dollar bei Anlegern eingesammelt. Zuletzt hatte eine große Zahl von Aktionären - darunter viele Hedgefonds - bei anderen SPACs ihr Recht wahrgenommen, bei der Fusion mit einem operativ tätigen Unternehmen ihre Anteile zum Festpreis von 10 Dollar zurückzugeben, in einigen Fällen bis zu zwei Drittel. Yucaipa-Aktien notierten am Montag mit 9,94 Dollar darunter.

          Saudi-arabischer Staatsfonds involviert

          Neue Investoren bringen bei der Fusion mit SSU nun insgesamt 372 Millionen Dollar frisches Kapital mit, 70 Millionen mehr als bisher geplant, wie Signa Sports am Montag bestätigte. Darunter ist auch der saudi-arabische Staatsfonds Public Investment Fund (PIF), wie Insider berichtet hatten. Benko ist vor allem als Immobilieninvestor und Eigentümer des Warenhauskonzerns Galeria Karstadt Kaufhof bekannt.

          SSU nutzt die Börsenerlöse zum Kauf des britischen Fahrrad-Onlinehändlers Wiggle, der rund 500 Millionen Dollar im Jahr umsetzt. Dessen bisheriger Eigentümer Bridgepoint steigt mit dem Börsengang ebenfalls bei SSU ein. Wenn Benko und Bridgepoint auf den Nachschuss verzichten können, hält Signa künftig 48 Prozent der Anteile, Bridgepoint 5 Prozent und die übrigen SSU-Altaktionäre rund 20 Prozent. Zu ihnen gehören der japanische Handelskonzern Aeon, die asiatische Central Group sowie der Wiesbadener Versicherer R+V.

          SSU betreibt insgesamt mehr als 100 Internet-Shops in 20 Ländern, darunter Fahrrad.de, Tennis Point, Campz und Outfitter. Für das Ende September abgelaufene Geschäftsjahr 2020/21 hatte SSU einen Umsatz von 1,6 Milliarden Dollar erwartet.

          Die Aktionäre von Yucapia sollen Anfang November über die Zusammenführung entscheiden; spätestens Anfang Dezember soll Signa Sports dann an der New Yorker Börse gelistet sein. Das Unternehmen wird dabei mit rund 3,2 Milliarden Dollar bewertet.

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