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Bayer : Positive Reaktionen auf Glyphosat-Einigung

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Das glyphosathaltige Unkrautvernichtungsmittel Roundup von Monsanto Bild: dpa

Nach der umfassenden Einigung mit zahlreichen Klägern, besonders im Fall Glyphosat, reagieren die Anleger am Donnerstag erleichtert. Auch Analysten sind durchaus angetan.

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          In einem knapp behaupteten Aktienmarkt zeigt sich am Donnerstagmorgen die Aktie des Chemiekonzerns Bayer als Lichtblick. Der Aktienkurs legt um 1,3 Prozent auf 70,92 Euro zu. Am Vorabend hatte der Konzern vermeldet, sich zahlreichen amerikanischen Klägern auf Vergleiche geeinigt zu haben. Es geht dabei vor allem um angebliche Krebsrisiken des Unkrautvernichters Roundup mit dem Wirkstoff Glyphosat, aber auch um andere Vorwürfe. Durch den Kompromiss sollen laut Bayer etwa 75 Prozent der Verfahren mit insgesamt etwa 125.000 Klagen abgeschlossen werden. Diese Vergleiche werden Bayer mehr als zehn Milliarden Dollar kosten.

          Damit solle der überwiegende Teil der Verfahren aus der Welt geschafft und Rechtsrisiken vorgebeugt werden. Der Schritt sei kein Schuldeingeständnis, sondern die vernünftigste Lösung für das Unternehmen, sagte Konzernchef Werner Baumann. Im Podcast-Interview mit dem Journalisten Gabor Steingart bezog Bayer-Konzernchef Baumann auch Stellung, ob sich die Übernahme von Monsanto für mehr als 60 Milliarden Euro im Nachhinein als guter Kauf darstelle. Die Inanspruchnahme des Konzerns in einer Größenordnung führe nicht zu einer Änderung der Firmenwerte, sagte Baumann. „Es gibt keine Abschreibung des Goodwill“. Viel wichtiger sei aber: Die Kombination beider Unternehmen sei immer auf der Basis gesehen worden, zwei innovationstarke Unternehmen, die sich in diesem Bereich perfekt ergänzen, zusammenbringen. „Damit können wir Lösungen, die dringend gebraucht werden, schneller entwickeln und in den Markt bringen“, erklärte der Bayer-Chef.

          Analysten überprüften ihre Einschätzungen und Kursziele. In der Tendenz aber änderten sie wenig daran. Die britische Investmentbank HSBC änderte dagegen ihre Einschätzung von „Halten“ auf „Kaufen“. Analyst Stephen McGarry hob das Kursziel von 70 auf 85 Euro an. Er habe bisher mit einer Belastung von 20 Milliarden Euro kalkuliert, die er nun deutlich auf 12 Milliarden Euro senken könne.

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          Die amerikanische Investmentbank Goldman Sachs beließ dagegen ihre Einstufung, die allerdings schon vorher „Kaufen“ gelautet hatte. Der Vergleich sollte dazu führen, dass die fundamentale Situation des Konzerns wieder stärker in den Blick rücke, schreibt Analyst Keyur Parekh. Für das Pharmageschäft stelle sich die Lage kurz- und mittelfristig robust dar. Die nicht verschreibungspflichtigen Mittel sollten wieder auf den Wachstumspfad einschwenken und der Bereich Agrarchemie habe das Potential für eine herausragende Marktstellung. Das Kursziel beließ Parekh bei 74 Euro.

          Auch die Schweizer Großbank UBS und die Deutsche Bank beließen ihre Einschätzung bei „Kaufen“, allerdings mit Kurszielen von 110 und 85 Euro. Nach der dreifachen Einigung im Glyphosat-, Dicamba- und PCB-Streit sei die Aktie für Investoren wieder eine investierbare Anlage geworden, schreibt UBS-Analyst Michael Leuchten. Deutsche-Bank-Analyst Falko Friedrichs bezeichnete es als positive Überraschung, dass alle drei Dispute auf einmal ausgeräumt worden seien.

          Unverändert beließ auch die amerikanische Bank JP Morgan ihre Einstufung, die allerdings „Neutral“ lautet. Dafür hob Analyst Richard Vosser das Kursziel an, wenngleich eher geringfügig von 75 auf 77 Euro. Die Einigung dürfte die Last auf der Aktie aus dem Weg räumen, die Summe liege im Rahmen der Erwartungen.

          Der weltgrößte Chemiekonzern BASF ließ am Morgen verlauten, dass er die Vorschläge Bayers zu den amerikanischen Klagen wegen des Unkrautvernichters Dicamba prüfen will. BASF ist im Zuge dessen gemeinsam mit Bayer verklagt worden. Wegen Verwehungen des Herbizids sollen Ernteschäden angefallen sein, so die Kläger. Bayer wird nach eigenen Angaben 400 Millionen Dollar zahlen, erwartet aber auch einen Beitrag der BASF. Eine Vereinbarung mit Bayer gebe es noch nicht, teilte der Konzern aus Ludwigshafen mit.

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