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Klagewelle reißt nicht ab : Bayer-Gewinn sinkt um drei Viertel – die Börse freut sich

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Bayer-Vorstandschef Baumann: Der Dax-Konzern hat viele schwierige Aufgaben zu lösen. Bild: Reuters

Abschreibungen, Aufgabe einer Produktionsanlage, ein großes Sparprogramm und eine Klagewelle in Amerika: Der Bayer-Konzern hat viele Aufgaben zu lösen. Die Bilanz für 2018 sieht entsprechend aus. Doch die Anleger reagieren positiv.

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          Der Agrarchemie- und Pharmakonzern Bayer hat im vergangenen Jahr deutlich weniger verdient. Unter dem Strich brach der Gewinn um rund drei Viertel auf 1,7 Milliarden Euro ein, wie der Dax-Konzern am Mittwoch mitteilte.

          Neben Kosten im Zusammenhang mit dem Kauf des amerikanischen Saatgutkonzerns Monsanto belasteten Abschreibungen auf Unternehmenswerte im Geschäft mit frei verkäuflichen Medikamenten, da sich Bayer hier von weniger gut laufenden Bereichen trennen will. Zudem floss die ehemalige Tochter Covestro nicht mehr ein.

          Der Umsatz legte dank der Monsanto-Übernahme im abgelaufenen Jahr um rund 13 Prozent auf 39,6 Milliarden Euro zu. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie vor Sondereffekten stieg aber nur leicht um 2,8 Prozent auf 9,5 Milliarden Euro, auch weil Kosten für die Behebung von Problemen infolge einer Rüge der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA anfielen.

          Für 2019 rechnet der Konzern nun mit einem währungsbereinigten Umsatzanstieg von etwa 4 Prozent auf rund 46 Milliarden Euro und einem Zuwachs des bereinigten Betriebsgewinns auf rund 12,2 Milliarden.

          Die Börse nahm die Zahlen positiv auf. Der Kurs der Bayer-Aktie stieg zwischenzeitlich um 3,7 Prozent und verzeichnete damit zunächst den stärksten Anstieg im Dax. Analyst Richard Vosser von der Investmentbank JP Morgan sprach von sehr starken Ergebnissen im Schlussquartal 2018. Das liege vor allem am Geschäft mit Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmitteln. Den Ausblick für 2019 sieht der Experte indes im erwarteten Rahmen, so dass hier keine Impulse zu erwarten seien.

          Zahl der Glyphosat-Kläger steigt

          Die Klagewelle in den Vereinigten Staaten gegen Bayer reißt derweil nicht ab. Bis zum 28. Januar seien Klagen von rund 11.200 Klägern zugestellt worden, wie Bayer weiter mitteilte. Das sind etwa 1900 mehr als Ende Oktober. Die Zahl schnellt seit August vergangenen Jahres nach oben. Damals hatte ein Geschworenen-Gericht einem Krebspatienten, der glyphosathaltige Unkrautvernichter von Monsanto für seine Erkrankung verantwortlich macht, einen Schadenersatz in dreistelliger Millionenhöhe zugesprochen. Bayer weist die Vorwürfe zurück.

          BAYER

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          Bedeutender als dieses erste Verfahren ist der in der letzten Februar-Woche gestartete Prozess eines weiteren Klägers. Denn dabei handelt es sich um den ersten Fall, der vor einem Bundesbezirksgericht verhandelt wird und Teil eines Massenverfahrens ist.

          Nebenbei befindet sich Bayer auch noch mitten im größten Sparprogramm seiner Unternehmensgeschichte. Bis Ende 2021 sollen rund 12.000 der gut 118.000 Stellen auf der ganzen Welt abgebaut werden. Vorstandschef Werner Baumann will sich außerdem vom Geschäft mit Tiermedizin sowie Marken im Bereich Sonnenschutz und Fußpflege trennen.

          Der Leverkusener Konzern will ebenso seinen Anteil am Chemiepark-Betreiber Currenta verkaufen. In Wuppertal wird ein Betrieb zur Herstellung von Produkten zur Behandlung der Bluterkrankheit Hämophilie aufgegeben. Im vierten Quartal fielen als Teil dieser Maßnahmen Abschreibungen von 3,3 Milliarden Euro an.

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