https://www.faz.net/-gv6-9hixq

Dax wieder schwächer : BASF schockiert Anleger

  • Aktualisiert am

BASF-Industrieanlagen: Der Chemiekonzern hat seine Jahresprognose gesenkt. Bild: dpa

Die Brexit-Abstimmung wirft zum Wochenauftakt ihre Schatten voraus, der Dax fällt auf ein Zwei-Jahres-Tief. Daran Schuld hat auch BASF, während Fresenius gegen den Trend die Anleger erfreuen kann.

          3 Min.

          Größer werdende Konjunktursorgen und die Unsicherheit rund um den Brexit haben den Börsen am Montag zugesetzt. Der Dax rauschte um weitere 1,1 Prozent in die Tiefe und erreichte mit 10.672 Punkten den tiefsten Stand seit zwei Jahren.

          Bereits in der vergangenen Woche hatte das Marktbarometer rund vier Prozent eingebüßt. „Die Blicke der Anleger sind jetzt fast ausschließlich nach unten gerichtet“, sagte Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. „Die Hoffnung auf eine Jahresendrally haben mittlerweile praktisch alle aufgegeben.“

          Die Verluste im Dax summieren sich seit Jahresanfang inzwischen auf mehr als 16 Prozent. Erstmals seit sieben Jahren dürfte der deutsche Leitindex das Jahr in den roten Zahlen abschließen. „Es ist mit einem turbulenten Ende des Börsenjahres 2018 zu rechnen“, prognostizierte Aktienanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader. Wie ein Damoklesschwert hängen etwa die Sorgen um den Ausstieg Großbritanniens über den Börsen.

          DAX ®

          -- -- (--)
          • 1T
          • 1W
          • 3M
          • 1J
          • 3J
          • 5J
          Zur Detailansicht

          Es ist völlig offen, ob die britische Premierministerin Theresa May bei der für Dienstag geplanten Abstimmung im Parlament die Mehrheit für den von der Regierung und der EU ausgehandelten Brexit-Vertrag erhält. „Fehlen May für ihren Deal mehr als 100 Stimmen, dann dürfte es für sie sehr eng werden und wir bezweifeln, dass sie sich dann noch als Premierministerin halten kann“, sagte Devisenexperte Manuel Andersch von der BayernLB. „Das politische Chaos könnte dann kaum größer sein und entsprechend turbulent dürfte es am Pfund-Markt zugehen.“

          BASF

          -- -- (--)
          • 1T
          • 1W
          • 3M
          • 1J
          • 3J
          • 5J
          Zur Detailansicht

          Die britische Währung notierte mit 1,2723 Dollar kaum verändert. Ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH), wonach das Vereinigte Königreich die Brexit-Erklärung einseitig zurücknehmen kann, brachte die Anleger nicht aus der Ruhe.

          Unsicherheit gab es dafür an den Anleihemärkten infolge der seit Wochen anhaltenden Proteste in Paris. Wegen der teils gewaltsamen Demonstrationen gegen die Reformpolitik von Präsident Emmanuel Macron halbierte die französische Notenbank ihre Prognose für das Wachstum der heimischen Wirtschaft. Auch Finanzminister Bruno Le Maire erwartet einen Dämpfer. Der Risikoaufschlag für zehnjährige französische Staatsanleihen zu den vergleichbaren Bundesanleihen weitete sich aus und erreichte den höchsten Stand seit Mai.

          Anleger trennen sich von BASF-Aktien

          Am Aktienmarkt stand BASF nach einer Gewinnwarnung im Rampenlicht. Mit Verlusten haben die Aktien des Chemieriesen BASF am Montag auf die gesenkte Jahresprognose des Unternehmens reagiert. Die Titel verloren nach Handelsbeginn am deutschen Aktienmarkt mehr als vier Prozent. BASF hatte wegen des Niedrigwassers und der Autoflaute seine Prognose gesenkt und erwartet für 2018 einen stärkeren Ergebnisrückgang. Die niedrigen Pegelstände am Rhein führten zu Produktionsausfällen, zudem bekommt das Unternehmen erste Auswirkungen des Handelskonfliktes zwischen den Vereinigten Staaten und China zu spüren, wie der Dax-Konzern am Freitag nach Börsenschluss gewarnt hatte.

          Der Gewinn vor Zinsen, und Steuern (Ebit) sowie vor Sondereinflüssen werde 2018 um 15 bis 20 Prozent sinken, hatte BASF mitgeteilt. Bislang hatte das Unternehmen einen Rückgang von bis zu 10 Prozent in Aussicht gestellt. Wegen des niedrigen Rheinpegels und der daraus folgenden Produktionseinschränkungen wird der Konzern im Schlussquartal eine Ergebnisbelastung von voraussichtlich bis zu 200 Millionen Euro verbuchen. Daneben schwächte sich das Geschäft mit der Autoindustrie seit dem dritten Quartal weiter ab. Insbesondere die Nachfrage von Kunden in China verlangsamte sich deutlich.

          Bereits das dritte Quartal war für BASF enttäuschend verlaufen. Das bereinigte Ebit war um 14 Prozent auf knapp 1,5 Milliarden Euro gesunken. Auch hier hatte das Niedrigwasser bereits die Produktion eingeschränkt. BASF-Chef Martin Brudermüller hatte gesagt, dass der Konzern in seiner 153-jährigen Geschichte nie einen solchen Sommer erlebt habe. BASF transportiert an seinem Stammwerk Ludwigshafen früheren Angaben zufolge 40 Prozent der Güter per Schiff.

          Fresenius auf Erholungskurs

          In den Strudel gerieten die Aktien des Kunststoffherstellers Covestro, der kürzlich ebenfalls seine Gewinnziele gesenkt hatte. Die Papiere fielen im Dax um 2,1 Prozent. Die beiden Chemiekonzerne Lanxess und Evonik büßten im Nebenwerteindex MDax je gut zwei Prozent ein.

          FRESENIUS

          -- -- (--)
          • 1T
          • 1W
          • 3M
          • 1J
          • 3J
          • 5J
          Zur Detailansicht

          Auf der Gewinnerseite im Leitindex standen die Titel von Fresenius ganz oben mit einem Plus von vier Prozent. Der Gesundheitskonzern kann nach einem Gerichtsurteil in den Vereinigten Staten die geplatzte Übernahme des amerikanischen Unternehmens Akorn endgültig zu den Akten legen.

          FAZ.NET komplett

          Zugang zu allen exklusiven F+Artikeln und somit zur ganzen Vielfalt von FAZ.NET – für nur 2,95 Euro pro Woche

          Mehr erfahren

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.