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European Banking Congress : Top-Banker fordern rasche Vollendung der Kapitalmarktunion in Europa

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Bankenpräsident und Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank: Christian Sewing Bild: dpa

Deutsche-Bank-Chef Sewing und BNP-Paribas-Verwaltungsratspräsident Lemierre sorgen sich um die Wettbewerbsfähigkeit Europas. Ohne einheitliche Kapitalmärkte flössen Investitionen zu oft in Richtung USA ab.

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          Aus Sicht von Top-Bankern kommt Europa auf dem Weg zu einer Kapitalmarktunion viel zu schleppend voran. Ohne einheitliche Kapitalmärkte in der Ländergemeinschaft flössen aber Investitionen und Innovationen zu oft in Richtung USA ab, bemängelten Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing und BNP-Paribas-Verwaltungsratspräsident Jean Lemierre am Freitag auf dem virtuellen Branchentreff European Banking Congress (EBC) in Frankfurt.

          „Europäische Versicherungsgesellschaften finden in Europa nicht die Gelegenheiten für liquide Investments“, kritisierte Lemierre. Auch Start-up-Firmen zögen häufig in Richtung USA, um sich Finanzierungen zu sichern. Das sei absurd. Sewing verwies darauf, dass der Börsengang des Corona-Impfstoffherstellers Biontech aus Mainz in New York erfolgte und nicht in Europa. „Das muss sich ändern, denn irgendwann, wenn die Finanzierung anderswo gemacht wird, das sag ich Ihnen, dann wird auch die Technologie woanders sein." Damit verlöre Europa dann seine Wettbewerbsfähigkeit.

          Schon seit längeren appellieren die Chefs zahlreicher Großbanken an die Politik, die ins Stocken geratenen Pläne für einheitliche Finanzmärkte in Europa anzugehen. SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hatte sich unlängst dafür ausgesprochen, die Kapitalmarktunion zügig auf den Weg zu bringen. In einzelnen Ländern der EU gebe es aber teilweise große Vorbehalte gegen eine Vereinheitlichung von Regeln für Finanzmärkte. Unter anderem sei etwa ein gemeinsames Insolvenzregime strittig sowie der Umgang mit Staatsanleihen in Bankbilanzen und aufsichtsrechtliche Themen.

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