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Cyberrisiken : Bankenaufsicht fürchtet Hacker

Die Cyberrisiken für Banken nehmen zu. Bild: dpa

Banken sind inzwischen täglich Cyber-Angriffen ausgesetzt, die Bankenaufsicht ist in wachsender Sorge.

          2 Min.

          Die Bankenaufseher widmen sich nun verstärkt den Cyberrisiken der Finanzinstitute und der Widerstandsfähigkeit ihrer Systeme in der Informationstechnologie (IT). Das sagte am Montag der schwedische Notenbankgouverneur Stefan Ingves auf einer Konferenz, die das Institute of Law and Finance der Frankfurter Goethe-Universität veranstaltete.

          Markus Frühauf

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Dort ging es vor allem um die verschärften Eigenkapitalvorgaben (Basel III), auf die sich die Aufseher im Dezember nach jahrelangem Streit geeinigt hatten. Diese werden im Basler Ausschuss für Bankenaufsicht verhandelt, und dessen Vorsitzender Ingves nannte nun Cyberrisiken als ein Thema, mit dem sich die Aufseher befassen werden.

          Tägliche Angriffe

          Erst am Wochenende waren Hackerangriffe auf niederländische Banken und auf eine japanische Börse für Krypto-Anlagen, zu denen auch der Bitcoin zählt, bekanntgeworden. Wie diese Zeitung am Montag berichtet hatte, zogen Hacker von der japanischen Handelsplattform Coincheck 523 Millionen Einheiten der Kunstwährung XEM im Wert von umgerechnet 430 Millionen Euro ab.

          Auch die ING, die Rabobank und die ABN Amro waren Ziel von Cyberattacken. Das Online-Banking der ING und der Rabobank war deshalb kurzzeitig lahmgelegt. Doch sensible Daten seien nicht betroffen gewesen. Vor zwei Jahren hatten Hacker von der Zentralbank in Bangladesch 81 Millionen Dollar erbeutet.

          Die Banken sind inzwischen täglich Angriffen ausgesetzt, die fast alle von den IT-Systemen abgewehrt werden können. Doch die Bankenaufseher sind in wachsender Sorge, weil längst hinter diesen Angriffen auf die IT-Systeme kriminelle Organisationen stehen, die oftmals ihren Ursprung in Osteuropa haben.

          Im vergangenen Jahr erst schlug die deutsche Finanzaufsicht Bafin Alarm, weil die IT-Sicherheitsvorkehrungen deutscher Banken ihrer Ansicht nach zum Teil große Lücken aufweisen. Ein erfolgreicher Hackerangriff auf eine Großbank kann einen enormen Vertrauensschaden nach sich ziehen und eine neue Finanzkrise auslösen.

          Abwehrsysteme in den Banken

          Der Basler Ausschuss will sich deshalb nach den Worten seines Vorsitzenden Ingves nun verstärkt den bestehenden Abwehrsystemen in den Banken widmen. Dabei will das Gremium, das der in Basel ansässigen Bank für internationalen Zahlungsausgleich („Bank der Zentralbanken“) angegliedert ist, feststellen, ob zusätzliche Maßnahmen notwendig sind. Ingves hält Banken mit einer modernen und belastbaren IT für widerstandsfähiger gegenüber Schocks.

          Keine Lösung ist für den Schweden derzeit in der Behandlung der Risiken von Staatsanleihen in Sicht. Eine solche sei noch weit entfernt, sagte er. Wie aus Aufsichtskreisen verlautete, stößt die Idee, Staatsanleihen künftig mit Eigenkapital zu unterlegen, auf wenig Gegenliebe in Japan und Italien. Das sind Länder, deren Staaten hohe Schulden haben.

          Diese landen als Anleihen hauptsächlich in den Bilanzen der Banken. In den Vereinigten Staaten habe dieses Thema derzeit keine hohe Dringlichkeit, sagte Michael Gibson, Direktor der amerikanischen Notenbank Fed für Bankenaufsicht. Der Generalsekretär des Basler Ausschusses, William Coen, hält die aufsichtsrechtliche Behandlung von Staatsanleihen angesichts der unterschiedlichen rechtlichen Vorgaben für sehr schwierig. Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret erinnerte daran, dass die Basler Eigenkapitalregeln für international tätige Banken gedacht seien, aber nicht für kleine, nur in ihren Ländern tätigen Institute.

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