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Banken-Stresstest : Neue Zitterpartie für die Deutsche Bank?

  • Aktualisiert am

Die Deutsche-Bank-Konzernzentrale in Frankfurt Bild: Reuters

Beim jährlichen amerikanischen Stresstest für die größten Finanzkonzerne könnte die Deutsche Bank am Donnerstagabend wieder Probleme bekommen. Es wäre nicht das erste Mal.

          Jedes Jahr der gleiche Stress: Die Deutsche Bank muss wieder einmal bangen, die jährlichen Belastungsproben der amerikanischen Notenbank Federal Reserve (Fed) zu bestehen. An diesem Donnerstag nach Börsenschluss in New York wird die Fed die Ergebnisse des zweiten Teils des sogenannten Stresstests veröffentlichen. Die Deutsche Bank droht mit ihrer Tochter DB USA erneut durchzufallen. Es wäre bereits das vierte Mal, dass Deutschlands größtes Geldhaus mit seinem Ableger in den Vereinigten Staaten an der Prüfung scheitert.

          Im vergangenen Jahr hatten die Finanzaufseher der Deutschen Bank „erhebliche Schwächen“ attestiert. In der Fed-Bewertung war damals die Rede von „weit verbreiteten und wesentlichen Unzulänglichkeiten“ bei der Kapitalplanung.

          Für die Banken ist das Urteil der Aufseher vor allem wichtig, weil davon für amerikanische Institute geplante Dividenden und Aktienrückkäufe abhängen und für Töchter ausländischer Geldhäuser - wie der Deutschen Bank - Gewinnausschüttungen an ihre Konzernmütter.

          Probleme drohen in der zweiten Runde

          Probleme drohen der Deutschen Bank wohlgemerkt nur bei der zweiten Runde des Fed-Stresstests - die erste hatte sie am Freitag ohne Schwierigkeiten bestanden. Im ersten Teil geht es um die Kapitalausstattung, die von der Fed anhand simulierter Krisenszenarien getestet wird. Allen 18 teilnehmenden Finanzfirmen bescheinigte die Fed hier, solide aufgestellt zu sein. Beim zweiten Teil werden vor allem interne Kontrollen und Risikomanagement untersucht - hier hat die Deutsche Bank seit Jahren Schwächen.

          DT. BANK

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          Wegen zahlreicher Verfahren und Ermittlungen wegen angeblicher Regelverstöße gleicht Amerika  für das Frankfurter Institut eigentlich schon seit der Finanzkrise einer riesigen juristischen Baustelle. In den vergangenen Jahren zahlte die Deutsche Bank hier Milliarden Dollar an Strafen und erhielt im Rahmen von Vergleichen mit US-Behörden diverse Auflagen. Trotzdem scheint das Geldhaus noch lange nicht aus dem Schneider. Erst vergangene Woche berichtete die „New York Times“ über neue Ermittlungen der amerikanischen Justiz wegen des Verdachts möglicher Verstöße gegen Anti-Geldwäschegesetze.

          Die 2009 eingeführten Stresstests der Fed sollen die Krisenfestigkeit der größten Finanzkonzerne prüfen. Nach den schlechten Erfahrungen in der jüngsten großen Finanzkrise soll sichergestellt werden, dass die Kreditvergabe bei einem Finanzmarkt-Crash nicht abrupt ins Stocken gerät und Banken nicht wieder mit Steuergeld gerettet werden müssen. Die Methodik dieser Gesundheitschecks wurde in den vergangenen Jahren allerdings deutlich verändert und auch die Anzahl der zur Teilnahme verpflichteten Geldhäuser erheblich verringert.

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