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Strengere Kapitalvorgaben : Banken müssen rechtzeitig Krisen vorbeugen

Bankentürme in Frankfurt Bild: Albermann, Martin

Mit den hohen Bewertungen vor allem bei Immobilien nehmen die Gefahren einer Preiskorrektur zu. Für Banken hilft da nur eins: mehr Eigenkapital.

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          Den Banken wird es nicht leicht gemacht. Noch immer belasten sie die Negativzinsen der Europäischen Zentralbank (EZB). Gleichzeitig sollen sie aber die Erholung der Wirtschaft nach der Pandemie unterstützen können. Nun bremsen aber die deutschen Aufseher aus Finanzministerium, Bundesbank und Finanzaufsicht Bafin die Kreditvergabe durch strengere Kapitalvorgaben ein. Das ist aber nur auf den ersten Blick widersprüchlich, weil auch in anderen europäischen Ländern die Aufseher dem Preisanstieg an den Immobilienmärkten mit zusätzlichen Kapitalpuffern entgegenwirken.

          Eine solche vorbeugende Maßnahme muss rechtzeitig, also zu einem frühen Zeitpunkt erfolgen, damit die Institute im Krisenfall über ausreichende Kapazitäten zur Verlustabdeckung verfügen. Es gibt zahlreiche Anzeichen für Überbewertungen, zu denen die EZB mit ihrer extrem expansiven Geldpolitik entscheidend beigetragen hat. Mit den weiterhin sehr hohen Inflationsraten nehmen die Zinsänderungsrisiken, insbesondere die möglichen Kursverluste bei Anleihen, deutlich zu.

          Aktuell befinden sich die Banken in einer komfortablen Position: Wenige Kreditausfälle, überschüssiges Eigenkapital und eine verbesserte Profitabilität rechtfertigen das Umschalten der Aufsicht vom Krisen- in den Vorbeugemodus. Es darf nicht vergessen werden: Bislang sind Banken nicht an zu viel, sondern stets an zu wenig Eigenkapital gescheitert.

          Markus Frühauf
          Redakteur in der Wirtschaft.

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