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Banken mahnen EZB : „Nehmen Sie die Negativzinsen aus dem Markt“

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Europas Banken haben es angesichts negativer Zinsen schwer. Bild: dpa

Der Bundesverband deutscher Banken warnt die EZB davor, die Politik des billigen Geldes rasch zu beenden. Die Negativzinsphase bringe die Profitabilität der deutschen Banken weiter unter Druck.

          Die deutschen Privatbanken haben die Europäische Zentralbank (EZB) zu einer raschen Zinswende aufgefordert. „Wir können die EZB nur bitten: Nehmen sie die Negativzinsen aus dem Markt, und zwar schnellstmöglich“, sagte der Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) Hans-Walter Peters am Samstag am Rande der IWF-Jahrestagung auf der indonesischen Ferieninsel Bali. Rücksicht auf das hochverschuldete Italien, das für neue Kredite erheblich höhere Zinsen als etwa Deutschland zahlen muss, sollte sie dabei nicht nehmen. „Wir müssen eine unabhängige Politik gegenüber der italienischen Regierung fahren“, forderte Peters.

          Hintergrund der Forderungen ist, dass die lange Niedrig- und zuletzt Negativzinsphase der EZB die Profitabilität der deutschen Banken unter Druck gebracht hat. In den Vereinigten Staaten sieht das nach Peters Worten anders aus, was ein Grund ist, weshalb der BdB-Präsident die europäischen Banken im Vergleich zur amerikanischen Konkurrenz benachteiligt sieht. Durch die negativen Zinsen, die die EZB für Einlagen von Banken berechnet, würden Europas Geldinstitute mit jährlich zuletzt rund 7,5 Milliarden Euro belastet. Dagegen zahle die amerikanische Notenbank Fed, die die Zinsen seit längerem in Schritten hochfährt, den Banken Zinsen auf Überschussreserven. Allein in diesem Jahr würden es voraussichtlich 45 Milliarden Dollar.

          Regulierung auf Prüfstand stellen

          Auch bei der Regulierung sowie der Größe und Einheitlichkeit des Heimatmarktes lägen Europas Banken zurück, sagte Peters. Er sprach sich dabei ausdrücklich nicht für eine „massive Deregulierung“ in Europa aus. Allerdings sei es nötig, die mit der Finanzkrise 2008 eingeführten Regeln auf den Prüfstand zu stellen. „Wir brauchen einen Regulierungscheck“, forderte er.

          Zudem müsse mehr auf dem Wege zu einem einheitlichen europäischen Bankenmarkt getan werden. In diesem Zusammenhang kritisierte Peters Italien wegen seiner Schuldenpolitik. Wenn Italiens Regierung die Einhaltung der europäischen Stabilitätsregeln nicht garantiere, dann „muss die EU bereit sein, mit der nötigen, vertraglich gebotenen Härte auf de italienischen Haushaltsentwurf zu reagieren“, sagte Peters. Eine Gefahr für die deutsche Bankenbranche durch Italien-Risiken sieht er jedoch nicht. Beim Brexit fürchten die deutschen Banken einen harten EU-Ausstieg der Briten, auch wenn davon der Finanzplatz Frankfurt erheblich profitieren würde.

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