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Kapitalmarkt : Vermögensverwalter sind skeptisch wie nie

Bank of America in New York Bild: EPA

Internationale Fondsmanager sind so pessimistisch wie seit der Finanzkrise nicht mehr, zeigt eine Umfrage der Bank of America Merrill Lynch.

          Die Vermögensverwalter rund um den Globus sind derzeit ausgesprochen pessimistisch. Der jüngsten Umfrage der Bank of America Merrill Lynch (BofA) in der Branche zufolge erwartet eine überwiegende Mehrzahl einen Rückgang des Wachstums der Weltwirtschaft in den kommenden zwölf Monaten. 87 Prozent sind der Ansicht, dass die positive Konjunktur zu Ende gehe.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Dies sei ein Rekordstand, teilte die BofA mit. Die Befragten haben sich offenbar schon auf eine schwächere Börse vorbereitet. Der Mittelwert für die Barquote der Fonds liege derzeit bei rekordhohen 5,6 Prozent. Gleichzeitig sei dies der stärkste Anstieg innerhalb eines Monats seit der Krise um den amerikanischen Staatshaushalt im Jahr 2011 gewesen. Bei Aktien sind die Manager nun mit 21 Prozent untergewichtet, nachdem diese vor Monatsfrist noch leicht übergewichtet waren.

          Weniger Aktien, mehr Liquidität

          Die Aktienquote sei damit so niedrig wie seit dem März 2009 nicht mehr, als die Finanzkrise die Welt in Atem hielt. Es ist gleichzeitig der zweitstärkste Rückgang innerhalb eines Monats überhaupt. Dagegen sind die Rentenportfolios so groß wie seit September 2011 nicht mehr, auch wenn die Manager weiter untergewichtet sind.

          Die Fondsmanager seien seit der Weltfinanzkrise nicht mehr so pessimistisch gewesen, sagt Michael Hartnett, leitender Anlagestratege der BofA. „Ihr Pessimismus beruht vor allem auf Sorgen um Handelskriege und eine Rezession.“ Neben den Wachstumserwartungen seien auch die Zins- und Gewinnerwartungen regelrecht eingebrochen.

          Noch vor acht Monaten erwartete eine überwältigende Mehrheit der Befragten höhere kurzfristige Zinsen. Nun überwiegen Zinssenkungserwartungen. Die Gewinnerwartungen erlebten den größten Einbruch seit 23 Jahren. Eine deutliche Mehrheit der Manager geht jetzt von sinkenden Gewinnen aus. Für die Umfrage wurden 230 Manager befragt, die ein Gesamtvermögen von 645 Milliarden Dollar verwalten.

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