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Bafin-Kommentar : Schutzfall Wirecard

Die Ermittler sehen die Kursmanipulation bei Wirecard vor drei Jahren als erwiesen an. Bild: Reuters

Die Bafin hat Kurswetten gegen Wirecard verboten. Das mag zulässig sein – solche Eingriffe in den Handel müssen aber die Ausnahme bleiben.

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          Damit Wirecard nicht zum Spielball von Spekulanten wird, errichtet die Finanzaufsicht Bafin eine Schutzmauer für den Zahlungsdienstleister. Sie hat Kurswetten gegen das noch junge Dax-Mitglied verboten. Diese Maßnahme ist für eine Aktie in der deutschen Börsengeschichte einmalig.

          Dessen ist sich auch die Bafin bewusst: Sie begründet ihr Verbot deshalb mit der Bedrohung der Finanzstabilität. Das ist zulässig, wenn die Aufsicht über Informationen verfügt, die eindeutig auf Marktmanipulation hindeuten. Andernfalls würde sie mit ihrem Verbot großen Schaden anrichten. Denn für das Vertrauen der Anleger ist das Unternehmen und sein Vorstand verantwortlich.

          Zwar haben die heftigen Kursschwankungen hier die Schwächen von Wirecard aufgezeigt. Aber die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft legen die Vermutung nahe, dass sehr risikobereite Investoren wie zum Beispiel Hedgefonds den Wirecard-Kurs mit unsauberen Methoden nach unten geprügelt haben.

          In diesem Fall muss die Finanzaufsicht eingreifen. Misstrauen gegen die Kursentwicklung eines Dax-Unternehmens kann der Finanzstabilität schaden. Solche Eingriffe in den Handel müssen aber die Ausnahme bleiben.

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          Markus Frühauf
          Redakteur in der Wirtschaft.

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