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Ausblick 2020 : DWS sieht Schwellenländer als stabilisierenden Faktor

Die DWS blickt zuversichtlich auf das kommende Jahr. Bild: EPA

Für die Fondsgesellschaft DWS wird 2020 wieder ein Jahr der Schwellenländer. Ihr Wachstum werde die Weltwirtschaft stabilisieren. Zuversichtlich ist man auch für asiatische Anleihen.

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          Wer investiert, sollte optimistisch sein. Denn schließlich sollte man an seine Chancen glauben. Folgt man der Fondsgesellschaft DWS, deren Mehrheitsaktionär die Deutsche Bank ist, so haben Anleger guten Grund dazu, zuversichtlich auf das kommende Jahr zu blicken. Schon im Vorjahr habe man einen konstruktiven Ausblick gegeben und damit weitgehend Recht behalten, sagt der Chef-Anlagestratege beim alljährlichen Ausblick der Gesellschaft. Dabei hätten nach einem turbulenten Herbst damals viele befürchtet, es werde 2019 noch schlimmer kommen. „Es war gut, dass wir so ein konstruktives Bild gezeichnet haben“, sagt Kreuzkamp zufrieden.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Für 2020 ist der Ausblick insgesamt sogar noch ein Stück weit besser, als er es vor Jahresfrist war. So seien in der europäischen Politik die Unsicherheiten um Italien und den Austritt Großbritanniens aus der EU (Brexit) geringer geworden seien. Die DWS rechnet sogar zu 45 Prozent damit, dass es gar nicht mehr zum Brexit kommt. Insofern ist man für Aktien und Anleihen mit guter Investment-Qualität in Hinsicht auf Europa durchaus optimistischer als mit Blick auf Amerika. Den Aktienkursen an Wall Street würden die bevorstehenden Präsidentschaftswahlen und das politische Ringen mit China um die technologische Vorherrschaft Schwierigkeiten machen, und amerikanische Anleihen böten das schlechtere Risiko-Rendite-Verhältnis.

          Nicht zuletzt aber werde Europa eher von der Erholung der Schwellenländer profitieren, mit der die DWS rechnet, sagt Kreuzkamp: „Die Schwellenländer werden 2020 ein stabilisierender Faktor sein.“ Insgesamt werde die Weltwirtschaft aber eher nur moderat wachsen. Und während in Amerika etwa der Effekt der Steuerkürzungen abklinge, helfe den Schwellenländern eine expansive Geld- und Fiskalpolitik ebenso wie eine geringere Abhängigkeit vom amerikanischen Markt.

          60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts der Welt würden im Jahr 2020 in den Schwellenländern erwirtschaftet, sagt die DWS. Individuelle Risiken gebe es aber für die großen Länder Südamerikas. Auch China werde nicht zu den Profiteuren gehören. Vielmehr werde die Wachstumsrate der chinesischen Wirtschaft auf weniger als 6 Prozent schrumpfen, weil sich der Handelskonflikt weiterhin bemerkbar machen werde und aufgrund der hohen Verschuldung ein weiterer geldpolitischer Impuls nicht in Frage komme. Für Amerika rechnet die Fondsgesellschaft mit einem Wachstum von 1,6 Prozent. Auch im Euroraum werde dieses leicht auf 0,9 Prozent sinken, obwohl Europa von den stärkeren Schwellenländern und einer zyklischen Erholung profitieren werde. „Aber wir erwarten für 2020 keine globale Rezession“, sagt Kreuzkamp.

          Auf der Anleihenseite sieht die DWS ebenfalls die besten Chancen in den Schwellenländern. Die Volatilität sei auch nicht wesentlich höher als in Amerika, die Erträge aber schon. Deswegen überwögen im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten die Chancen. Ganz besonders gelte dies für Anleihen aus Asien. Die standen schon vor einem Jahr mit ganz oben auf der Kaufliste der DWS. „Und das hat sich durchaus bezahlt gemacht“, sagt Kreuzkamp.

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