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Marktbericht : Atempause am Aktienmarkt

  • Aktualisiert am

Der Handelssaal der Deutschen Börse in Frankfurt Bild: obs

Der deutsche Aktienmarkt erholt sich am Donnerstags vom starken Einbruch des Vortags. Vor allem Quartalszahlen sorgen für Bewegung.

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          Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Donnerstag nach dem massiven Kursrutsch vom Vortag stabilisiert. Der marktbreite F.A.Z.-Index legt 0,8 Prozent auf 2.065 Punkte zu, der Standardwerteindex ähnlich stark auf 11.656 Zähler. Am Mittwoch war der Dax unter die Marke von 12.000 Punkten gesunken und anschließend weiter bis auf zeitweise 11.457 Punkte abgesackt. Auslöser war die Furcht vor weiteren Lockdowns in Europa, die Länder wie Deutschland und Frankreich inzwischen auch beschlossen haben. Neben der weiter anziehenden Berichtssaison rückt am Nachmittag die Europäische Zentralbank (EZB) mit ihren geldpolitischen Beschlüssen in den Vordergrund.

          Die Bilanzsaison geht am Donnerstag weiter mit einer Reihe von Geschäftszahlen. Aixtron ragen mit hohen Kursverlusten von fast 15 Prozent negativ heraus. Der LED- und Chipindustrieausrüster blickt nach dem dritten Quartal etwas vorsichtiger auf den Umsatz im Gesamtjahr. Auf der Gegenseite gewannen die Titel des Bausoftware-Herstellers Nemetschek nach einer Anhebung der Jahresprognose mehr als 10 Prozent.

          Gefragt sind auch die Anteile des Leasingspezialisten Grenke, der jüngst im Rahmen einer Leerverkäufer-Attacke im Zentrum der Aufmerksamkeit stand. Grenke erweitert den Vorstand um einen Risikovorstand mit Verantwortung für Risikocontrolling, Recht und Compliance. Die Shortseller-Attacke habe keine Auswirkungen auf das Geschäft gehabt. Im vierten Quartal bewege sich das Neugeschäft bei 60 Prozent des Vorjahresniveaus. Diese Nachrichten seien gut genug für eine Kurserholung, sagte ein Händler.

          F.A.Z.-Index

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          Unter Druck steht mit einem Minus von 6 Prozent der Kurs des Halbleiterspezialisten Siltronic. Ein ungünstiger Produktmix und der starke Euro belasteten im dritten Quartal. Das Wachstum des Cloud-Computing und der Trend zum Homeoffice liefern zwar Rückenwind, dem steht aber eine holprige Erholung der Autoindustrie gegenüber. Zudem schienen in der Branche die Lager mit Speicherchips eher voll zu sein, so dass hier wohl erst einmal die Bestände abgebaut werden könnten.

          Spannung versprechen zudem die am Abend nach US-Börsenschluss anstehenden Zahlen der Technologieriesen Apple, Amazon, Alphabet und Facebook. Ihre Kursgewinne in den vergangenen Monaten hatten einen Großteil zur Börsenrally beigetragen.

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