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Argentinien : Der Leitzins steigt auf 60 Prozent

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Der Peso hat weiter an Wert verloren. Bild: AP

Argentinien hat heftige Schwierigkeiten und braucht Hilfe vom Internationalen Währungsfonds. Jetzt hat das Land eine besondere Krisenmaßnahme eingeführt.

          Die Währungskrise in Argentinien nimmt immer größere Ausmaße an. Die Notenbank versucht den Verfall des Peso mit einer kräftigen Zinserhöhung aufzuhalten. Sie erhöhte ihren Leitsatz zur Versorgung der Geschäftsbanken mit Geld auf 60 Prozent von zuvor 45 Prozent, wie sie am Donnerstag in Buenos Aires mitteilte. Der erhoffte Effekt blieb jedoch aus: Der Peso setzte seine Talfahrt fort. Ein Dollar verteuerte sich im Gegenzug Devisenhändlern zufolge um knapp 19 Prozent auf ein neues Rekordhoch von 42 Peso. Das ist der größte Kursverlust seit mindestens einem Vierteljahrhundert. Nun richtet sich der Blick verstärkt auf den Internationalen Währungsfonds (IWF).

          Die Zentralbank hat schon weitere 500 Millionen Dollar aus den Währungsreserven verkauft, um die heimische Währung zu stabilisieren. Wegen der sich zuspitzenden Lage hielt sie eine Sondersitzung ab. Der Beschluss für den Zinsschritt sei einstimmig gewesen, teilte die Notenbank mit. Er sei eine „Antwort auf die Wechselkurssituation und die Gefahr einer höheren Inflation.“ Wegen der Peso-Krise wächst inzwischen die Furcht der Anleger vor Zahlungsschwierigkeiten des Landes. Präsident Mauricio Macri versicherte zwar am Mittwoch in einer Fernsehansprache, dass das Land keine Probleme habe, Schulden zurückzuzahlen. Zugleich kündigte er eine Vereinbarung mit dem IWF über eine frühzeitige Auszahlung von Krediten an.

          Die Landeswährung steht vor allem wegen der hohen Inflationsrate und einer schwachen Wirtschaftsentwicklung unter Druck. Nur zwei Jahre nach der Rückkehr in die Wachstumszone steuert Argentiniens Wirtschaft schon wieder auf eine Rezession zu. Investoren an den Finanzmärkten bezweifeln, dass Präsident Macri der Spagat gelingt, die Konjunktur anzuschieben und gleichzeitig Ausgaben zu kürzen und die Inflation einzudämmen. Die Teuerungsrate lag im Juli bei über 30 Prozent. Seit Jahresbeginn hat die argentinische Währung fast 54 Prozent an Wert verloren.

          IWF prüft schnelle Auszahlung von Hilfen

          Der IWF prüft die Bitte der argentinischen Regierung, milliardenschwere Finanzhilfen früher auszuzahlen. Die drittgrößte Volkswirtschaft Lateinamerikas hatte sich Anfang Juni mit dem Fonds auf einen Kredit in Höhe von 50 Milliarden Dollar verständigt. Dafür soll sie in den kommenden Jahren ihr Haushaltsdefizit deutlich schneller abbauen. Die Argentinier belasten schon höhere Kosten für Heizung, Strom und Wasser nachdem die Regierung staatliche Subventionen zurückschraubte. Proteste zeichnen sich ab. Die Gewerkschaft CGT und andere Arbeitnehmerorganisationen haben wegen der Kürzungen für Ende September zu Streiks aufgerufen.

          Auch die Währungskrise in der Türkei geht an Argentinien nicht spurlos vorbei. Sie wird für Schwellenländer immer gefährlicher, da sich in Folge des Absturzes der türkischen Lira viele Investoren auch aus anderen aufstrebenden Staaten zurückziehen.

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