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Argentinien : Hasenstab und Templeton verlieren Milliarden

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Die Wechselkurse in Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires geben derzeit kein gutes Bild ab. Bild: dpa

Der Kursrutsch argentinischer Staatsanleihen hat die Anleger von Templeton-Manager Michael Hasenstab eine Menge Geld gekostet.

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          Die Verwerfungen am argentinischen Finanzmarkt haben Fondsanleger Geld gekostet, so auch die von  Franklin-Templeton-Manager Michael Hasenstab. Dieser hatte in seinem Templeton Emerging Markets Bond Fund mehr als 10 Prozent des Fondsvermögens in argentinischen Anleihen angelegt. Seit Montag ist nun der Wert des Fonds in Dollar um 4,6 Prozent gefallen, nachdem argentinische Anleihen stark an Wert verloren haben. Grund war die verheerende Niederlage des amtierenden Präsidenten Macri bei den Vorwahlen zur Präsidentenwahl.

          Dadurch sank das Fondsvermögen um rund 500 Millionen Dollar. Zusammen mit anderen Hasenstab-Fonds verlor der Manager damit laut der „Financial Times“ insgesamt 1,8 Milliarden Dollar. Hasenstab und Franklin Templeton gehören mit ihren Investments zu den größten Gläubigern Argentiniens. Nach den jüngsten verfügbaren Daten hielten neun Fonds der Gesellschaft insgesamt fast 3 Milliarden Dollar an argentinischen Anleihen.

          Der Fondsmanager hatte stets die Regierung Macri dafür gelobt, dass sie eine kurzsichtige populistische Politik abgelehnt und trotz des anhaltenden politischen Drucks eine verantwortungsbewusste und orthodoxe Politik verfolgt habe. Ende des vergangenen Jahres hatte er sich noch überzeugt geäußert, dass Macri die Wahlen gewinnen werde und seine stabilitätsorientierte Politik werde fortsetzen können. Angesichts einer bevorstehenden Rezession sei der Präsident doch sehr populär.

          Macri war es aber bislang nicht gelungen, das hohe Staatsdefizit zu senken. Zudem erreichte die Inflationsrate mit rund 50 Prozent zu Jahresbeginn den höchsten Stand seit 1991. Das liegt nicht zuletzt an der Abwertung des Peso, denn In kaum einem anderen Land bewirken Abwertungen so schnell einen Anstieg des Preisniveaus wie in Argentinien.

          Doch auch für Hasenstabs Anleger gibt es noch Hoffnung. Der siegreiche Peronist Fernández gilt als gemäßigt und beeilte sich klarzustellen, dass Argentinien unter seiner Regierung alle Verpflichtungen einhalten werde. Seit Mitte 2018 wird das Land nicht zuletzt durch einen Rekordkredit des Internationalen Währungsfonds (IWF) zahlungsfähig gehalten. Walter Molano von BCP Securities meint, dass das Ausmaß der Panik nicht gerechtfertigt sei. Die Abwertung des Pesos sei eine willkommene Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit für argentinische Waren.

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