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Archegos-Debakel : Auch Deutsche Bank verkaufte wohl Milliardenpaket

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Bei Archegos knapp am Milliardenverlust vorbei: Deutsche Bank an der Wall Street Bild: dpa

Im Fall des angeschlagenen Family Office hatten am vergangenen Freitag einige Banken großes Aktienpakete aus den Sicherheiten abgestoßen. Auch die Deutsche Bank gehörte wohl dazu.

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          Auch die Deutsche-Bank hat im Fall des angeschlagenen Family Office Archegos am vergangenen Freitag wie auch schon Goldman Sachs und Morgan Stanley ein großes Aktienpaket verkauft. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg, die den Umfang auf rund 4 Milliarden Dollar beziffert. Archegos hatte Nachschussforderungen finanzierender Banken für Derivatespekulationen nicht nachkommen können. Zu den Käufern des Aktienpakets der Deutschen Bank soll angeblich mit Marshall Wace eine der größten Hedgefondsgesellschaften Europas gehören. Sprecher der Deutschen Bank und von Marshall Wace hätten Stellungnahmen abgelehnt.

          Einschließlich des Verkaufs durch die Deutsche Bank hätten Investmentbanken damit im Zuge des Kollaps von Archegos Bestände im Wert von fast 30 Milliarden Dollar liquidiert. Wie berichtet, war den Notverkäufen ein Versuch der Credit Suisse vorausgegangen, unter den Banken ein Stillhalteabkommen auszuhandeln, um einen geordneten Abbau der Bestände zu ermöglichen, das aber scheiterte. Die Deutsche Bank hatte schon vor Bekanntwerden ihrer Verkäufe gesagt, dass ihr aus den Geschäften keine Verluste drohten.

          Die Credit Suisse und die japanische Nomura rechnen in des mit Verlusten in Milliarden-Dollar-Höhe. Analysten von JP Morgan schätzen, dass der Zusammenbruch von Archegos den Banken Gesamtverluste von bis zu zehn Milliarden Dollar bescheren könnte.

          An den Finanzmärkten wundert man sich zum einen, wieso die Banken dem 2012 in einen Insiderskandal verwickelten Archegos-Gründer Bill Hwang so umfangreiche Kredite gewähren konnten und ob dies alles nur die Spitze eines Eisbergs sei.

          Verwunderung über manches Risikomanagement

          Verwunderlich ist aber auch, dass einige Banken offenbar deswegen mit heiler Haut davon gekommen sind, weil sie umfangreiche Sicherheitenpakete liquidieren konnten oder womöglich noch halten, andere aber offenbar dazu nicht in der Lage waren, sondern stattdessen Verlustwarnungen in großer Höhe aussprechen mussten. Dies wirft einen Schatten auf das Risikomanagement der betroffenen Häuser.

          Gerade für Nomura war in den vergangenen Monaten ein gut laufendes Nordamerikageschäft von großer Bedeutung gewesen. Japanische Finanzhäuser, die nicht denselben nach der globalen Finanzkrise 2008/09 deutlich verschärften Regulierungen in Europa und Amerika unterliegen sind bei ausländischen Hedgefonds derzeit als Finanzierer beliebt.

          Was die Credit Suisse angeht, so hat schon die Greensill-Affäre kein gutes Licht auf das Risikomanagement des Hauses geworfen.

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