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Arbeiten in Corona-Zeiten : Wertpapierhandel im Homeoffice

Leere Schreibtische an der Frankfurter Börse im März Bild: Wolfgang Eilmes

Die Aufsicht hat die Regeln für den Zugriff von zuhause auf Bankdaten gelockert. Dennoch gibt es Banker, die in der Corona-Krise noch jeden Tag ins Büro gehen. Warum nur?

          5 Min.

          Die gesamte Frankfurter Bankenwelt arbeitet seit zwei Wochen nahezu vollständig im Homeoffice. Alle Banker? Nicht ganz. Eine Schar aus einigen hundert Wertpapierhändlern der Commerzbank widersteht diesem Trend und geht nach wie vor jeden Tag fast geschlossen ins Büro. Die Händler arbeiten unweit der Innenstadt in der Mainzer Landstraße in einem der größten Händlersäle Europas. Oder – und das ist der Corona-Krise geschuldet – sie arbeiten in einem Ausweichquartier im Frankfurter Umland, das die Commerzbank für solche Notfälle vorhalten muss und das in normalen Zeiten leer steht. Die Handelsmannschaft ist also geteilt worden, um auch nach einem Corona-Verdacht in einem Team den Betrieb durch das andere Team noch sicher stellen zu können. Das ist auch anderswo ein gängiges Vorgehen für betriebskritische Abteilungen.

          Hanno Mußler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Allerdings ist die Finanzaufsicht Bafin besonders streng, wenn es um den Wertpapierhandel geht. Die Bafin hat die Homeoffice-Tätigkeiten für Händler eigentlich stark beschränkt. „Handelsgeschäfte außerhalb der Geschäftsräume sind nur zulässig, wenn dies vom Institut klar geregelt und jedes Geschäft sauber dokumentiert ist. Es kann zu organisatorischen und technischen Problemen führen, wenn Handelstätigkeiten kurzfristig und ausnahmsweise außerhalb der Geschäftsräume, zum Beispiel vom Homeoffice aus, ausgeübt werden sollen“, heißt es in den Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisik).

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