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Saudi-Arabien : Aramco beruft Deutsche Bank für Börsengang

Das teuerste Unternehmen der Welt: Saudi Aramco Bild: Reuters

Für das Institut, das sich in einer Dauerkrise befindet, wäre es ein wichtiger Erfolg, am größten Börsengang in der Geschichte entscheidend mitwirken zu dürfen.

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          Es wäre für die leidgeprüfte Deutsche Bank ein großer Achtungserfolg: als Konsortialbank, den Börsengang des saudi-arabischen Ölkonzerns Saudi Aramco zu begleiten. Die Chancen dafür stehen offenbar ganz gut, denn am Wochenende berichteten die Nachrichtenagenturen Reuters und Bloomberg, dass die Deutsche Bank zu den Konsortialbanken des bislang größten Börsengangs in der Geschichte zählen soll.

          Markus Frühauf

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Offizielle Angaben gab es nicht, auch die Deutsche Bank kommentierte die Berichte nicht. Beide Nachrichtenagenturen beriefen sich auf Kreise, die mit den Planungen der saudi-arabischen Führung vertraut sind.

          Zuletzt gab es Zweifel, ob sich Aramco den Börsengang nach den Raketenangriffen auf die wichtigsten Erdölverarbeitungsanlagen noch zutraut. Doch in Riad ist man zuversichtlich, die Ölproduktion bis Ende September wieder auf das Niveau vor dem Angriff hochzufahren.

          2 Billionen Dollar wert?

          Innerhalb der nächsten zwölf Monate soll der Gang an die Börse erfolgen, wie der Konzern in der vergangenen Woche kurz nach den Angriffen versichert hatte. Nach den bisherigen Planungen will das saudi-arabische Königshaus 5 Prozent von Aramco an die Börse bringen und mit der Aktienplatzierung 100 Milliarden Euro erlösen. Damit würde Aramco mit 2 Billionen Dollar bewertet und wäre mit Abstand das teuerste Unternehmen weit vor den amerikanischen Tech-Werten Apple, Microsoft oder Amazon.

          Neben der Deutschen Bank soll auch die Schweizer UBS als Konsortialführer ausgewählt worden sein. Darüber hinaus zählen zu diesem Kreis nach Informationen von Bloomberg Barclays, Credit Suisse, BNP Paribas, Société Générale, Credit Agricole, JP Morgan, Goldman Sachs, Bank of America, Citigroup und Morgan Stanley. Insgesamt soll Aramco 15 Konsortialführer auswählen, darunter auch zwei chinesische Adressen.

          Der Börsengang ist schon vor Jahren angekündigt worden, hatte sich aber immer wieder verzögert. Offenbar gelten die Preisvorstellungen des Kronprinzen Muhammad bin Salman als überzogen. Er will damit auch die Abhängigkeit Saudi-Arabiens vom Erdöl verringern.

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