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Marktbericht : Apples Umsatzwarnung macht Dax zu schaffen

  • Aktualisiert am

Für Technologieaktien geht es am Donnerstag nach unten. Bild: Reuters

Schlechte Zahlen vom iPhone-Hersteller gehen auch an den deutschen Märkten nicht spurlos vorbei. Vor allem die Tech-Werte fallen, die Titel von Zalando profitieren von Übernahmespekulationen.

          Die Furcht vor einer weltweiten Konjunktureintrübung hält Anleger auch am zweiten Handelstag des neuen Jahres fest im Griff. Eine Prognosesenkung des iPhone-Herstellers Apple verstärkte die Sorgen der Anleger. Der Dax startete am Donnerstag mit einem Abschlag von 1,1 Prozent auf 10.469 Punkte, zuletzt verlor er noch 0,7 Prozent auf 10.509,8 Punkte. Investoren deckten sich stattdessen mit den als sicher geltenden Anlagewerten Gold und Bundesanleihen ein.

          „Nervosität und Unsicherheit halten auch 2019 an“, sagte Marktanalyst Martin Utschneider von der Privatbank Donner & Reuschel. Die gesenkte Umsatzprognose von Apple habe starke Abverkäufe ausgelöst. Marktbeherrschend seien es aber die „alten Themen“ aus dem vergangenen Jahr wie der Handelsstreit zwischen Amerika und China. Auch eine Lösung im Etatstreit in den Vereinigten Staaten, der zu einem teilweisen Regierungsstillstand geführt hat, ist keine rasche Lösung in Sicht.

          Apple hatte nach amerikanischem Börsenschluss mitgeteilt, erstmals seit der Einführung des iPhones seine Umsatzziele zu verfehlen und führte das vor allem auf ein schwaches China-Geschäft zurück. Die in Frankfurt gehandelten Apple-Aktien brachen um 8,7 Prozent ein. Unter Druck gerieten auch die Titel des Apple-Zulieferers Dialog Semiconductor. Die im S-Dax notierten Aktien sackten um 6,5 Prozent ab.

          Zalando im Plus

          Auch im Dax waren Technologiewerte unter den größten Verlierern. Infineon-Aktien büßten 4,5 Prozent ein, Wirecard und SAP gaben je gut zwei Prozent nach. Die Aktien der europäischen Zulieferer des iPhone-Herstellers gerieten durch die gesenkten Umsatzerwartungen ebenfalls ins Straucheln. Besonders steil bergab ging es für die Titel des Schweizer Chipherstellers AMS, sie brachen um rund 20 Prozent auf ein Fünf-Jahres-Tief von 18,7 Franken ein. ASM International, BE Semiconductor und STMicro gaben um bis zu 7,3 Prozent nach. Der Branchenindex verlor 2,4 Prozent.

          „Das ist eine fatale Ankündigung von dem Technologieführer schlechthin“, sagte ein Händler. Auch wenn die Umsatzwarnung nicht ganz überraschend komme, da sich Apple in den vergangenen Wochen öfter vorsichtig gezeigt habe. Der Smartphone- und Tablet-Hersteller verfehlte erstmals seit der Einführung des iPhones seine Umsatzprognose. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres (zum 29. Dezember) rechnet der Konzern nur noch mit einem Umsatz von 84 Milliarden Dollar statt der ursprünglich angepeilten 89 bis 93 Milliarden. Als Grund dafür nannte Apple-Chef Tim Cook eine stärkere wirtschaftliche Abwärtsbewegung in China.

          Derweil haben Übernahmespekulationen Anleger bei Aktien von Zalando zugreifen lassen. Die Titel von Europas größtem Online-Modehändler kletterten um 2,2 Prozent auf 23,7 Euro nach oben und waren in einem fallenden Gesamtmarkt einer der wenigen Gewinner im Nebenwerteindex M-Dax. Händler führten die Kursgewinne auf einen Bericht des „Handelsblatts“ zurück. „Die Spekulationen um Zalando sind nicht ganz neu, aber durch den Zeitungsbericht haben sie neue Nahrung erhalten“, sagte ein Händler. Der Mitgründer des Startups Dongxii, das auf den Handel zwischen Deutschland und China spezialisiert ist, sagte dem „Handelsblatt“, der chinesische Online-Riese Alibaba werde voraussichtlich bald in europäische Firmen investieren. Zalando sei ein Übernahmekandidat, zitierte die Zeitung den Dongxii-Manager Marcel Münch.

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