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Erwartungen übertroffen : Apple nähert sich der Billionen-Grenze

Alles glänzt: Eine Apple-Filiale an der Fifth Avenue in New York. Bild: AFP

Apple legt seine Geschäftsergebnisse vor – und übertrifft damit wieder einmal alle Erwartungen. Von einem Meilenstein an der Börse ist der amerikanische Elektronikkonzern damit nicht mehr allzu weit entfernt.

          Der amerikanische Elektronikkonzern Apple hat mit seinen am Dienstag nach Börsenschluss vorgelegten Quartalszahlen die Erwartungen übertroffen. Der Aktienkurs des Unternehmens legte im nachbörslichen Handel zeitweise um mehr als zwei Prozent zu. Sollten der Konzern diese Kursgewinne auch im regulären Börsenbetrieb am Mittwoch realisieren, würde er sich einer Marktkapitalisierung von einer Billion Dollar weiter nähern. Am Dienstag zum Handelsschluss hatte der Konzern einen Börsenwert von rund 940 Milliarden Dollar. Die Finanzmärkte bewegt seit einiger Zeit die Frage, welches amerikanische Unternehmen zuerst die Billionenmarke knacken könnte. Apple ist dabei in der besten Ausgangsposition, aber der Online-Händler Amazon hat in diesem Jahr aufgeholt.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Insgesamt meldete Apple für das abgelaufene Quartal einen Umsatzsprung um 17 Prozent auf 53,3 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Schnitt mit 52,4 Milliarden Dollar gerechnet. Der Nettogewinn hat sich um 32 Prozent auf 11,5 Milliarden Dollar erhöht, der Gewinn je Aktie von 2,34 Dollar war um 18 Cent höher als erwartet. Auch der Ausblick auf das kommende Quartal fiel besser aus als gedacht. Apple sagt einen Umsatz von 60 Milliarden bis 62 Milliarden Dollar voraus, was einem Wachstum von 14 bis 18 Prozent entsprechen würde.

          Das Flaggschiff sorgt für stark gestiegenen Umsatz

          Apple hat im abgelaufenen Quartal 41,3 Millionen iPhones verkauft und damit ein Prozent mehr als im Vorjahr. Der Umsatz mit den Geräten stieg aber um 20 Prozent auf 29,9 Milliarden Dollar, was vor allem mit dem im vergangenen Herbst eingeführten teureren Flaggschiff-Handy iPhone X zu tun haben dürfte. Dieses Gerät hat einen Startpreis von 1149 Euro (999 Dollar in Amerika), und nach seiner Einführung deuteten einige Indizien zunächst darauf hin, dass es sich schlechter verkauft als erhofft. Diese Sorgen haben sich aber nicht bewahrheitet, und wie Vorstandsvorsitzender Tim Cook in einer Telefonkonferenz sagte, war es im vergangenen Quartal einmal mehr das meistverkaufte iPhone. Insgesamt standen iPhones für mehr als 55 Prozent des gesamten Konzernumsatzes. Dieses Geschäftsquartal ist für die Smartphones üblicherweise das schwächste. Viele Menschen warten auf die neue Varianten von Apples Vorzeigegerät, die im Herbst erwartet werden.

          Ein besonders starkes Wachstum gelang Apple einmal mehr in seiner Dienstleistungssparte, zu der beispielsweise die Musikplattform Apple Music, der Bezahldienst Apple Pay und der App Store gehören, in dem Programme für Geräte wie das iPhone verkauft werden. Hier stieg der Umsatz um 31 Prozent auf 9,5 Milliarden Dollar, und wie Cook sagte, hat der Konzern für gebührenpflichtige Dienste wie Apple Music jetzt mehr als 300 Millionen Abonnenten. Cook verriet außerdem, dass Apple Pay in diesem Jahr endlich nach Deutschland kommen soll. In Amerika wurde der Bezahldienst schon 2014 eingeführt.

          Deutlich zulegen konnte Apple im abgelaufenen Quartal auch in der Sparte, zu der die Computeruhr Apple Watch und die kabellosen Airpod-Kopfhörer gehören. Hier gab es ein Plus von 37 Prozent auf 3,7 Milliarden Dollar. Die Umsätze mit dem Tabletcomputer iPad und den Macintosh-Computern schrumpften dagegen um jeweils fünf Prozent.

          Muss Apple Zölle auf chinesische Einfuhren fürchten?

          Cook sprach in der Telefonkonferenz auch über die Handelspolitik der amerikanischen Regierung. Er sagte, Apple sei von den bislang verhängten Zöllen auf Stahl- und Aluminiumimporte sowie auf Einfuhren aus China nicht betroffen. Das Unternehmen prüfe aber noch die erst vor wenigen Wochen verkündeten Zölle auf weitere Waren aus China mit einem Importwert von 200 Milliarden Dollar, und Cook sagte, es werde seine Perspektive mit der amerikanischen Regierung teilen. Die „New York Times“ hatte vor einiger Zeit berichtet, die Regierung um den Präsidenten Donald Trump habe Apple zugesagt, keine Strafzölle auf iPhone-Handys zu erheben. Bestätigt wurde dies nie. Der Elektronikkonzern lässt einen Großteil seiner iPhones in China produzieren.

          Cook sagte weiter, er halte zwar eine Erneuerung von Handelsvereinbarungen in einigen Fällen für notwendig, aber Zölle seien der falsche Weg. „Wir sind der Ansicht, dass Zölle eine Steuer für Verbraucher sind und am Ende in niedrigerem Wirtschaftswachstum resultieren.“ Cook zeigte sich aber auch optimistisch, dass die Vereinigten Staaten und China den gegenwärtigen Handelskonflikt beilegen werden. Zwischen den beiden Ländern gebe es eine „unvermeidbare Gegenseitigkeit“, und jedes von ihnen floriere nur, wenn dies auch für das andere gelte.

          Die Quartalszahlen von Apple hellen eine bislang sehr gemischte Bilanz der Technologiebranche in der laufenden Quartalssaison auf. Das soziale Netzwerk Facebook und die Online-Videothek Netflix enttäuschten mit ihren Ergebnissen und Ausblicken. Der Online-Händler Amazon schaffte zwar einen Rekordgewinn, konnte aber ebenfalls nicht auf ganzer Linie überzeugen.

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