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Erleichterung bei Tech-Gigant : Apple-Chef: iPhone X ist ein „Super-Bowl-Gewinner“

Gibt sich optimistisch: Apple-Chef Tim Cook spricht von einem „sehr erfolgreichen Quartal“. Bild: AP

Apple liefert solide Zahlen, das Geschäft mit dem iPhone wächst weiter. Der Elektronikkonzern kündigt abermals einen Aktienrückkauf in gigantischem Ausmaß an.

          Mit einigem Bangen wartete die Börse auf die Quartalszahlen des Elektronikkonzerns Apple. In den vergangenen Wochen hatten enttäuschende Nachrichten aus dem Zulieferkreis des Unternehmens Sorgen um das Geschäft mit dem iPhone geweckt. Insbesondere wurde befürchtet, dass sich das erst im November herausgekommene Flaggschiff-Handy iPhone X schlechter verkauft, das in Deutschland einen Startpreis von 1149 Euro hat (999 Dollar in Amerika) hat.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Aber Apple lieferte am Dienstag nach Börsenschluss insgesamt besser als erwartete Zahlen und schnitt auch beim iPhone solide ab. Vorstandsvorsitzender Tim Cook sprach in einer Telefonkonferenz von einem „sehr erfolgreichen Quartal“, der Aktienkurs legte im nachbörslichen Handel zeitweise rund 4 Prozent zu.

          Insgesamt meldete Apple ein Umsatzwachstum um 16 Prozent auf 61,1 Milliarden Dollar, Analysten hatten im Schnitt mit 60,8 Milliarden Dollar gerechnet. Der Nettogewinn stieg um 25 Prozent auf 13,8 Milliarden Dollar, der Gewinn je Aktie von 2,73 Dollar war um sechs Cent höher als erwartet. Auch der Ausblick auf das nächste Quartal fiel besser als erwartet aus.

          Apple

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          Von seinem iPhone hat Apple insgesamt 52,2 Millionen Exemplare verkauft und damit drei Prozent mehr als im Vorjahr. Das lag in etwa auf Höhe der Erwartungen. Der Umsatz stieg überdurchschnittlich um 14 Prozent auf 38,0 Milliarden Dollar, was Apple vor allem auf das teurere iPhone X zurückführt.

          Im Vergleich zum direkt vorangegangenen Weihnachtsquartal sank allerdings der durchschnittliche Verkaufspreis von 796 auf 728 Dollar, was darauf hindeutet, dass sich die Nachfrage etwas von diesem teuren Gerät weg verlagert hat. Das iPhone steht für mehr als 60 Prozent des gesamten Umsatzes von Apple.

          Cook sagte, das iPhone X sei in jeder Woche des vergangenen Quartals das meistverkaufte iPhone gewesen. Er fügte hinzu, er könnte nicht stolzer auf das Produkt sein, gab aber zu, dass das Gerät zumindest nicht die höchsten Erwartungen erfüllt hat. Er nannte das iPhone X einen „Super Bowl-Gewinner“, in Anspielung auf das amerikanische Football-Großereignis, machte aber auch die Einschränkung, dass man sich vielleicht einen Sieg „um ein paar mehr Punkte“ gewünscht hätte.

          Die zweitstärkste Umsatzsäule des Konzerns ist mittlerweile das Dienstleistungsgeschäft, wozu die Musikplattform Apple Music, der Bezahldienst Apple Pay sowie der App Store gehören, in dem Programme für Geräte wie das iPhone verkauft werden. In dieser Sparte stieg der Umsatz um 31 Prozent auf 9,2 Milliarden Dollar. Der Umsatz mit dem Tabletcomputer iPad nahm um sechs Prozent auf 4,1 Milliarden Dollar zu, der Umsatz mit Macintosh-Computern blieb bei 5,8 Milliarden Dollar in etwa unverändert. In der Sparte, zu der sogenannte „Wearables“ wie die Computeruhr Apple Watch und die Kopfhörer Airpods gehören, stieg der Umsatz um 38 Prozent auf 4,0 Milliarden Dollar.

          Apple kündigte auch ein neues Aktienrückkaufprogramm mit einem gigantischen Volumen von 100 Milliarden Dollar an. Außerdem wurde die vierteljährliche Dividende um 16 Prozent auf 73 Cent erhöht. Seit 2012 hat das Unternehmen insgesamt 275 Milliarden Dollar für Aktienrückkäufe und Dividenden ausgegeben.

          Die kürzlich in Amerika verabschiedete Steuerreform hat Apple noch mehr Flexibilität im Umgang mit seinem Geld gegeben. Das Unternehmen hatte bislang einen Großteil seiner Barvorräte im Ausland, und dieses Geld saß in gewisser Weise fest, weil eine Rückführung nach Amerika eine Besteuerung zum vollen Ertragssteuersatz ausgelöst hätte.

          Die Steuerreform ermöglicht nun eine Rückführung zu einem deutlich reduzierten Satz. Ende des abgelaufenen Quartals hatte Apple ein Liquiditätspolster von 267 Milliarden Dollar.

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