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Doppeltes Problem : Der Missmut der Apple-Aktionäre

Sieht so Begeisterung aus? Bild: AP

Apple hat gleich zwei Probleme auf einmal: Sein Akku-Desaster führt jetzt zu Ermittlungen in Amerika, und Investoren zweifeln am Erfolg des Spitzenmodells „iPhone X“. Der Kurs geht zurück.

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          Am Donnerstag wird Apple die ersten Quartalszahlen seit Einführung seines neuen Spitzenmodells iPhone X verkünden – doch bisher sind die Aktionäre nicht begeistert. In den vergangenen acht Tagen hat der Konzern langsam, aber sicher 52 Milliarden Dollar Börsenwert verloren – sechs Prozent. Und da sind die schlechten Nachrichten von diesem Mittwoch noch gar nicht berücksichtigt: Die amerikanische Börsenaufsicht SEC ermittelt offenbar wegen des Akku-Desasters gegen Apple – so meldet es die Nachrichtenagentur Bloomberg.

          Patrick Bernau

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Das Akku-Desaster spielte sich vor allem im Dezember ab. Nutzer bemerkten, dass ältere iPhones viel langsamer geworden waren. Schließlich musste der Konzern zugeben, dass er diese Telefone künstlich verlangsamt hatte – mit der Begründung, dass die alten Akkus sonst mit der geforderten Leistung überfordert seien und das Telefon zum Absturz brächten. Nach Kundenprotesten bot Apple seinen Kunden an, die alten Akkus zum reduzierten Preis auszutauschen.

          Zudem soll sich die Leistungsbremse in künftigen Versionen der iPhone-Software abstellen lassen. Frankreich eröffnete derweil ein Verfahren gegen Apple um zu untersuchen, ob der Konzern mit seiner Leistungsbremse gegen das Verbot von „geplanter Obsoleszenz“ verstoßen habe. So wird das Phänomen bezeichnet, nach dem Telefone oder einzelne Bestandteile nach einer bestimmten Zeit kaputt gehen – und zwar vom Hersteller geplant.

          Apple

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          In dem Verfahren der SEC geht es laut dem Bericht nicht um geplante Obsoleszenz, sondern um die Frage, ob Apple seine Investoren über die Leistung seiner Produkte richtig informiert hat. Die Behörde habe Informationen von Apple angefordert. Ob sie tatsächlich gegen Apple aktiv werde, lasse sich noch nicht sagen. „Wir haben Fragen von Regierungseinheiten bekommen und antworten“, sagte eine Apple-Sprecherin der Nachrichtenagentur. Die Behörde kommentierte den Bericht nicht.

          Absatz des iPhone X schwach?

          Die anderen Fragen der Aktionäre werden vermutlich früher eine Antwort bekommen: Wie gut oder schlecht verkauft sich das iPhone X? In mehreren Gerüchten der vergangenen Wochen hieß es, Apple habe die Produktion gedrosselt, weil die Nachfrage nach dem Spitzenmodell so gering sei. Dabei galt zuvor schon die Nachfrage nach dem kleineren Modell „iPhone 8“ als schwach, mit der Begründung, dass alle auf das iPhone X warteten.

          Doch es gibt einigen Widerspruch zu dieser Meldung. Die Marktforscher von Kantar wollen ermittelt haben, dass sich das iPhone X in China, Großbritannien und Japan sehr gut verkauft habe. Der österreichische iPhone-Zulieferer AMS berichtete am Montag sogar von sehr gutem Geschäft und zog die Verkündung seiner guten Geschäftszahlen vor. Gleichzeitig hatte es auch im vergangenen Jahr Meldungen gegeben, das Vorgänger-iPhone habe sich schlecht verkauft.

          Apples neues Flaggschiff : iPhone X im Test

          IDC-Analyst Ryan Reith zweifelt an den schlechten Nachrichten. „Ich glaube nicht, dass die Nachfrage nach dem iPhone X schwach ist“, schreibt er. Und: „Wenn Apple 23 bis 25 Millionen iPhone X im Quartal verkauft hat, ist das immer noch viel.“

          Auflösung werden die Apple-Aktionäre am Donnerstagabend bekommen: Um 23 Uhr deutscher Zeit verkündet Apple seine Ergebnisse für das Weihnachtsquartal.

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