Neue Anleihen :
Höchste Verluste am Anleihemarkt seit 1949

Lesezeit: 3 Min.
Die Zinsen steigen. Das merkt man auch im Finanzministerium.
Wegen der gestiegenen Zinsen muss der Bund mit höheren Zahlungen kalkulieren. Das Zinsniveau im Euroraum wirkt zwar für Anleger immer noch nicht attraktiv. Doch wer in Dollar rechnet, könnte bald zugreifen.

Sie sind fast im Gleichschritt gefallen, und nun steigen sie seit drei bis sechs Wochen rund um den Globus: Aktien- und Anleihekurse. In Deutschland ist im vorangegangenen Crash am Anleihemarkt die Umlaufrendite, also die durchschnittliche Rendite von Bundesanleihen über das ganze Spektrum der Laufzeiten, auf 2,35 Prozent gestiegen. Das ist das höchste Niveau seit 2011 und zeigt, dass das, was sich bei den jüngsten Anleiheemissionen der staatseigenen KfW-Bank schon abzeichnete, Realität geworden ist: Die Zeit der Anleihen mit Nullzinsen ist auch für Deutschland vorbei.

Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) muss, bisher von der Niedrigzinsphase verwöhnt, nun mit höheren Zinszahlungen im Bundeshaushalt kalkulieren: Nach zuletzt weniger als 4 Milliarden Euro sind für dieses Jahr 18 Milliarden Euro eingeplant, 2023 sogar 35 Milliarden Euro. Auch wegen der durch Schattenhaushalte (kreditfinanzierte „Sondervermögen“) gestiegenen Schuldenlast muss der Bund also schon kommendes Jahr so hohe Zinszahlungen leisten wie vor zehn Jahren. Zuletzt bot der Bund für eine Anleihe mit 31 Jahren Laufzeit einen Kupon von 1,8 Prozent.

Ohne Abo weiterlesen
Dies ist kein Abo. Ihre Registrierung ist komplett kostenlos, ohne versteckte Kosten.
Oder 3 Monate für 1 € pro Monat Zugang zu allen FAZ+ Beiträgen erhalten und immer aktuell informiert bleiben.