https://www.faz.net/-gv6-a176l

Richtung Rekordhoch : Anleger streben nach dem sicheren Gold-Hafen

Die Corona-Krise hat die Nachfrage nach Gold erhöht. Bild: Reuters

Der Preis der Feinunze Gold klettert erstmals seit 2011 auf mehr als 1800 Dollar. Damit rückt das Rekordhoch immer näher.

          1 Min.

          Viele Anleger setzen derzeit auf Gold. Der Preis des Edelmetalls überrundete am Mittwoch erstmals seit neun Jahren die Marke von 1800 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Das letzte Mal in ähnlicher Höhe befanden sich die Notierungen im September 2011. Wenige Tage davor hatte der Goldpreis sein bisheriges Allzeithoch von 1971,17 Dollar verzeichnet. Damit ist Gold seit Jahresbeginn nun um rund 37 Prozent teurer geworden.

          Kerstin Papon

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Der zwischenzeitliche Preisrückgang am Dienstag habe sich abermals als kurzlebig erwiesen und sei als Kaufchance genutzt worden, sagt Carsten Fritsch, Rohstoffanalyst der Commerzbank. Auftrieb erhalte Gold durch die angesichts steigender Corona-Infektionszahlen wachsende Risikoaversion der Anleger, welche die Rally an den Aktienmärkten vorerst ausgebremst habe.

          Anlageprodukte in Gold sind dagegen gefragt, wie das mit dem Edelmetall unterlegte Wertpapier Xetra-Gold der Deutschen Börse Commodities zeigt, das von einem Gold-Rekordbestand zum nächsten eilt. Auch börsengehandelte Goldfonds verbuchen starke Zuflüsse. Allein am Dienstag seien ihnen nach Angaben des Informationsdienstes Bloomberg 12,5 Tonnen zugeflossen – 8 Tonnen davon in den SPDR Gold Trust, sagt Fritsch. Seit Anfang Juli summierten sich die Zuflüsse insgesamt auf 33 Tonnen.

          Gold

          -- -- (--)
          • 1T
          • 1W
          • 3M
          • 1J
          • 3J
          • 5J
          Zur Detailansicht

          Laut dem Branchenverband World Gold Council sind den Fonds im Juni 104 Tonnen zugeflossen und im gesamten ersten Halbjahr 734 Tonnen. Damit seien die Rekordzuflüsse des Jahres 2009 schon jetzt deutlich übertroffen worden. Gold-ETFs hätten binnen sechs Monaten auch mehr Gold erworben als alle Notenbanken auf der Welt in den Jahren 2018 und 2019, die jeweils Jahre mit Rekordkäufen gewesen seien, sagt Fritsch.

          Nach Angaben des World Gold Council haben die Fonds im ersten Halbjahr zudem fast die Hälfte der gesamten Goldproduktion der Welt in diesem Zeitraum absorbiert. Dies zeige, welche herausragende Rolle die Anlageform am Goldmarkt derzeit spiele. Auf der Suche der Anleger nach einem „sicheren Hafen“ bliebe nur noch Gold, sagt Eberhardt Unger, Chefvolkswirt von Fairesearch mit Verweis auf die rekordhohe Verschuldung der Staaten zur Bekämpfung der Corona-Krise und die Sorgen über steigende Inflation. Dies hätten Investoren auf der ganzen Welt erkannt.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Frauen in weiß protestieren während einer Kundgebung zur Unterstützung der inhaftierten Demonstranten in Minsk.

          Proteste halten an : Belarus trotzt der Polizeigewalt

          In den vergangenen Nächten ließ Lukaschenka Proteste gegen seinen angeblichen Wahlsieg brutal niedergeschlagen, dennoch gehen auch am Mittwoch wieder Tausende auf die Straße, immer mehr Prominente stellen sich hinter sie. Nun gibt es ein zweites Todesopfer.
           Eine Mitarbeiterin des Instituts für Infektiologie Emilio Ribas zeigt den Impfstoff gegen SARS-CoV-2 des chinesischen Pharmakonzerns Sinovac.

          „Versehen“ des RKI : Das Wumms-Papier aus der Berliner Corona-Zentrale

          Impfung im Herbst – das Schicksal meint es wirklich gut mit den Deutschen, so musste man das neue Positionspapier des Robert-Koch-Instituts zur Corona-Strategie deuten. Bis der Traum ganz schnell zerplatzte.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.