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Autowerte im Minus : Anleger halten vor EZB-Bescheid zunächst still

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Nach einem Regenschauer ziehen Wolken über die EZB hinweg: Die Märkte warten auf die geldpolitischen Entscheidungen der EZB, die am Nachmittag anstehen. Bild: dpa

Die Märkte warten auf die geldpolitischen Entscheidungen der EZB, die am Nachmittag anstehen. In der zuletzt stark gelaufenen Autobranche macht sich dagegen schon Enttäuschung breit. Die große Koalition hat sich gegen die Kaufprämie von Diesel und Benziner entschieden.

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          Die Erholungsrally am deutschen Aktienmarkt dürfte am Donnerstag vorerst eine Pause einlegen. Vor dem Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) werden sich die Anleger wohl zunächst zurückhalten. Vor dem Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) hielten sich die Anleger lieber zurück.
          Der deutsche Leitindex Dax rutschte in den ersten Handelsminuten um 0,64 Prozent auf 12.407 Punkte ab.

          Am Morgen geht es für die Anleger zunächst aber einmal um die Bewertung des Konjunkturpakets, auf das sich die Spitzen der Koalition nach zähem Ringen in Deutschland geeinigt haben. Es soll für 2020 und 2021 ein Volumen von 130 Milliarden Euro haben. Die große Koalition hat sich gegen die von der Industrie geforderte Kaufprämie von Diesel und Benziner entschieden. Stattdessen soll es mehr Zuschuss für Elektroautos geben. Dies sei eine negative Überraschung, auch wenn eine starke Opposition dagegen klar gewesen sei, kommentierte Autoanalyst Jose Asumendi von JP Morgan. In der zuletzt stark gelaufenen Autobranche macht sich am Donnerstag daher Enttäuschung breit. Die Aktien der Autohersteller Daimler, BMW und Volkswagen gaben bis zu 6,7 Prozent nach, auch die Papiere von Zulieferern wie Hella oder Continental gehörten zu den Verlierern.

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          Am Vortag hatte sich die fulminante Aufholjagd im Dax weiter fortgesetzt, um fast 8 Prozent ging es an den beiden ersten Handelstagen des Monats bereits aufwärts. Die Rally setzte sich später auch an der Wall Street fort. Besser als befürchtete Konjunkturdaten vom amerikanischen Arbeitsmarkt und robuste Konjunktursignale aus China hatten die Anleger in ihrer Wette auf eine schnelle Erholung der Weltwirtschaft weiter befeuert.

          Marktteilnehmer hatten tags zuvor jedoch bereits vor einer zumindest kurzfristigen Überhitzung gewarnt. Stratege Jeffrey Halley vom Broker Oanda sprach von einer „Alles-Kaufen-Rally“, die sich an der New Yorker Börse ungebremst fortgesetzt habe. Triebfeder waren dort die trotz Corona-Krise überraschend stabilen Daten des privaten Arbeitsmarktdienstleisters ADP gewesen.

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          In Asien zeigten sich am Morgen nun jedoch Ermüdungszeichen. Viele Fachleute halten es für möglich, dass die Europäische Zentralbank am frühen Nachmittag eine Aufstockung ihres neuen Krisen-Anleihekaufprogramms (PEPP) beschließt. Spekuliert wird dabei auf eine Ausweitung um 500 Milliarden auf dann 1,25 Billionen Euro und eine Verlängerung der Laufzeit bis ins kommende Jahr.

          Für Bayer -Aktien ging es vorbörslich abwärts angesichts des Urteils eines amerikanischen Gerichts, das eine unter Einschränkungen erteilte Zulassung des Unkrautvernichters Dicamba des Konzerns aufgehoben hat. Ein Händler sagte, der Fall sei zwar kaum vergleichbar mit dem desaströsen milliardenschweren Streit um den Unkrautvernichter Glyphosat, doch dürfte dies auf der Stimmung für die Aktie lasten. Die Entscheidung bedeutet, dass Landwirte Dicamba nun nicht mehr verwenden dürfen. Von dem Urteil ist auch der Chemiekonzern BASF betroffen, der ebenfalls Dicamba-Produkte vertreibt.

          Nachrichten gab es zudem noch vom Wind- und Solarparkbetreiber Encavis , der mit dem Partner Sunovis einen Kooperationsvertrag über den Aufbau eines mindestens 200 Megawatt großen Solar-Portfolios geschlossen hat.

          Mit Spannung wird zudem die nachbörsliche Überprüfung der Dax-Indizes durch die Deutsche Börse erwartet. So bringt wahrscheinlich der Kurseinbruch bei der Lufthansa im Zuge der Corona-Krise den Abstieg aus dem Dax mit sich. Nach fast 32 Jahren Mitgliedschaft im deutschen Leitindex wird die Fluggesellschaft sehr wahrscheinlich ihren Platz für den Immobilienkonzern Deutsche Wohnen räumen müssen.

          Darüber hinaus werden noch weitere Wechsel in den hinteren Börsenreihen erwartet. Wichtig sind Index-Änderungen vor allem für Fonds, die Indizes exakt nachbilden. Dort muss dann entsprechend umgewichtet werden, was Einfluss auf die Aktienkurse haben kann.

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