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Aktie im Fokus : Wirecard profitiert vom Online-Shoppingboom

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Per Smartphone bezahlen - das ist die Welt von Wirecard. Bild: Wirecard

Der Zahlungsabwickler Wirecard hat zum Jahresschluss weiter vom Boom beim Internet-Shopping profitiert. Analysten raten zum Kauf der Aktie.

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          Eine überraschend gute Geschäftsentwicklung verleiht den Aktien von Wirecard am Montag auf ihrem Erholungspfad etwas Rückenwind. Sie steigen am Nachmittag um 2,46 Prozent auf 99,86 Euro. Nach dem Erreichen eines neuen Rekordhochs am vorvergangenen Freitag bei 111,00 Euro waren die Papiere des Zahlungsabwicklers zuletzt unter Druck geraten.

          Sogenannte Shortseller, Spekulanten, die auf fallende Aktienkurs wetten, hatten das Papier des Spezialisten für bargeldloses Bezahlen unter Druck gebracht. Der Kurs der Wirecard-Aktie war daraufhin zeitweise um rund 12 Prozent eingebrochen, bevor eine kurze Erholung eintrat. Vor dem Wochenende dann gerieten die Papiere wieder unter Druck und fielen im Tagestief bis auf 93,60 Euro. Allerdings haben die Anteile auch einen sehr starken Lauf hinter sich. Allein auf Sicht von zwölf Monaten hatten sie in der Spitze um rund 150 Prozent zugelegt.

          Es wurde kein Wertpapier gefunden!

          Heute honorieren Anleger die guten Quartalszahlen. Wirecard konnte auch im Schlussquartal 2017 vom Boom im Internethandel spürbar profitieren. Der gesamte Jahresumsatz stieg um rund 45 Prozent auf rund 1,5 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte um 34 Prozent auf etwas mehr als 412 Millionen Euro zu. Die durchschnittlichen Markterwartungen wurden moderat übertroffen.

          Goldman-Sachs-Analyst Mohammed Moawalla lobte etwa: Die schwungvolle Geschäftsentwicklung im Schlussquartal und der unveränderte Ausblick auf 2018 unterstrichen die fortgesetzte Wachstumsdynamik. Nach dem jüngsten Kursrückschlag dürften die Zahlen seines Erachtens daher für Erleichterung unter den Anlegern sorgen. Er bekräftigte seine Kaufempfehlung für die Aktie samt ihrer Platzierung auf der „Conviction Buy List“ der amerikanischen Bank.

          „Wie erwartet waren die Umsätze im vierten Quartal wieder sehr stark und haben sich verglichen mit den Trends des dritten Quartals beschleunigt“, zeigte sich auch Analyst Sebastien Sztabowicz von Kepler Cheuvreux beeindruckt. Wirecard dürfte seines Erachtens - weltweit betrachtet - vor allem von einer sehr hohen Dynamik im Internethandel profitiert haben sowie von den sehr hohen Neukundengewinnen über die vergangenen Quartale. Er hob hervor, dass er nach wie vor sehr überzeugt von der Aktie sei, „da die mittelfristigen Aussichten sehr gut sind“.

          Dagegen sprach Analyst Wolfgang Specht vom Bankhaus Lampe zwar von „soliden“ vorläufigen Zahlen, äußerte aber auch Sorgen: „Unser Hauptbedenken bleibt die Ergebnisqualität.“ Er will daher erst einmal den endgültigen Jahresabschluss abwarten und sehen, wie sich das nicht zahlungswirksame Ebitda und der freie Barmittelfluss entwickelt haben.

          Langjährige Anleger, die in Wirecard schon länger investiert sind, können die Sorgen mancher Analsten wohl nicht teilen. Wer vor fünf Jahren in die Aktie 10.000 Euro investiert hatte, kann heute auf eine Anlage von mehr als 58.000 Euro blicken. Auf Sicht von zehn Jahren sieht das Ergebnis noch viel besser aus.: Aus 10.000 Euro wurden bis heute mehr als 115.000 Euro. Angesichts eines intakten langfristigen Aufwärtstrends - gemessen an der 200-Tage-Linie- sind die Chancen vorhanden, dass die Aktie Investoren noch weitere Gewinne bringen wird.

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