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Dax-Spitzenreiter : Anleger feiern Beteiligungsverkauf von Bayer und Lanxess

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Chempark in Leverkusen, Hauptsitz des Bayer-Konzerns Bild: Reuters

Im Dax stehen zur Wochenmitte die Aktien von Bayer in der Anlegergunst weit vorne. Der Pharmakonzern kann mit einem guten Geschäft aufwarten, ebenso wie die Chemiefirma Lanxess.

          Überwiegend positiv aufgenommene Unternehmenszahlen sowie eine deutliche Kurserholung an der Wall Street haben dem deutschen Aktienmarkt zur Wochenmitte einen festeren Handelsstart beschert. Am Vorabend war der Dow-Jones-Index wieder über die runde Marke von 26.000 Punkten gestiegen.

          Der Dax gewinnt im Vormittagshandel 1,17 Prozent auf 11.702 Zähler hinzu. Eine durchgreifende Erholung ist jedoch erst einmal nicht in Sicht. Die jüngste Eskalationsspirale im Handelskrieg zwischen Amerika und China hatte den Dax in den vergangenen Tagen deutlich nach unten gezogen. Aus Unternehmenssicht steht die Berichtsaison mit
          zahlreichen Quartalszahlen im Anlegerfokus.

          Hocherfreut haben Anleger unter anderem auf einen Beteiligungsverkauf der beiden deutschen Chemiekonzerne Bayer und Lanxess reagiert. Für 3,5 Milliarden Euro trennen sich die beiden Unternehmen vom Chemiepark-Betreiber Currenta. Das bescherte der Bayer-Aktie ein Kursplus von 6,2 Prozent und damit den Spitzenplatz im Dax. Die Lanxess-Aktien verteuerten sich im M-Dax um 4,7 Prozent.

          Currenta geht inklusive Schulden an Macquarie Infrastructure and Real Assets, eine Fondstochter der australischen Investmentbank Macquarie. Currenta betreibt den Chempark in Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen und damit eines der größten Chemie-Areale Europas. 2018 erzielte das Unternehmen inklusive Tochtergesellschaften einen Umsatz von rund 1,4 Milliarden Euro. Der Deal ist Teil des Konzernumbaus von Bayer.

          Guter Deal für Bayer

          Experten verwiesen zur Begründung für die Kursgewinne auf die hohe Bewertung von Currenta, an der Bayer 60 Prozent und Lanxess 40 Prozent hält. Der Verkaufspreis liege deutlich über der Markterwartung, sagte Analyst Richard Vosser von JP Morgan.

          BAYER

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          Ähnlich sah es Markus Mayer von der Baader Bank: „Der Verkaufspreis ist höher als erwartete“, schrieb der Analyst in einer Studie. Am Markt hätten zuvor Bewertungen von 2 bis 2,5 Milliarden Euro die Runde gemacht. Daher sei der nun erzielte Verkaufspreis für Bayer wie für Lanxess „eindeutig positiv“. Lanxess habe die Beteiligung bislang mit einem Wert von Null in der Bilanz stehen und könnte daher nun einen Buchgewinn von 550 Millionen Euro erzielen, schrieb Mayer weiter.

          An der Börse könnte man nun bereits auf einen weiteren erfolgreichen Beteiligungsverkauf von Bayer spekulieren. „Das Interesse der Anleger richtet sich nun vermutlich auf die strategischen Optionen für einen Ausstieg aus dem Segment Tiergesundheit“, sagte Analyst Keyur Parekh von der Investmentbank Goldman Sachs. Dieser solle noch im laufenden Jahr über die Bühne gehen.

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