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Investment-Strategien : Anlegen wie die Revoluzzer von den Eliteunis

  • -Aktualisiert am

In Yale wurde über Jahrzehnte an einer Investment-Strategie gefeilt. Bild: Getty

Harvard, Stanford und Yale besitzen alle große Portfolios – und setzen auf ganz unterschiedliche Strategien. Der erste Teil unserer Reihe „Anlegen wie die Großen“.

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          David Swensen ist unter professionellen Investoren ein Superstar. Zwar dürften ihn nicht so viele Kleinanleger kennen wie Warren Buffett, den berühmten Investor und Multimilliardär aus der amerikanischen Provinzstadt Omaha. Das liegt schon daran, dass Swensen im Gegensatz zu Buffett keine regelmäßigen Schlagzeilen mit Investitionen in einzelne Aktien macht. Auch ist Swensen nicht so volkstümlich wie Buffett, der auf der Hauptversammlung seiner Anlagegesellschaft Berkshire Hathaway jedes Jahr Zehntausende Aktionäre mit seinen Einsichten unterhält.

          Norbert Kuls
          Freier Autor in der Wirtschaft.

          Aber Swensen, der seit mehr als 30 Jahren den großen Stiftungsfonds der Eliteuniversität Yale verwaltet, hat auch viele Jünger. Denn er revolutionierte in den achtziger und neunziger Jahren die Art und Weise, wie solche Fonds ihre Gelder anlegen. Kern seiner Strategie ist die Streuung des Vermögens über verschiedene Anlageklassen, um eine langfristige Wertsteigerung zu erzielen. „Die Vermögensaufteilung ist das wichtigste Instrument“, predigt Swensen in seinen Vorlesungen in Yale. Dazu kommt ein gutes Händchen bei der Auswahl externer Fondsmanager, weil Yale selbst nur ein kleines Anlageteam beschäftigt.

          Sein Ansatz wurde häufig nachgeahmt

          Bei Swensens Antritt bestanden die Portfolios der Stiftungsvermögen vor allem aus amerikanischen Aktien und Anleihen. Swensen schichtete die Gelder um, in internationale Aktien, in Wagnis- und Beteiligungskapitalfonds (Private Equity), in Rohstoffe wie Öl und Gas, in Holzwirtschaft und Waldflächen sowie in Immobilien. Dazu kamen Hedgefonds, die unabhängig von allgemeinen Markttrends mit Wetten sowohl auf steigende als auch auf fallende Kurse überdurchschnittliche Renditen erzielen wollen. Diese sogenannten „alternativen Anlagen“ haben im Vergleich zu an der Börse gehandelten Wertpapieren in der Regel weniger effiziente Märkte. Swensen will durch aktives Management von diesen Marktineffizienzen profitieren.

          Swensens lange Jahre erfolgreiche Strategie wurde wahlweise als Yale-Modell und als Swensen-Ansatz bekannt und von vielen Fonds nachgeahmt. Yale hat in den vergangenen 20 Jahren im Durchschnitt 12,1 Prozent Gewinn gemacht. Amerikanische Aktien haben Investoren im gleichen Zeitraum 7,5 Prozent gebracht.

          Fondsmanager, die bei Swensen in die Lehre gegangen waren, verwalten mittlerweile die Stiftungsvermögen von Spitzenuniversitäten wie Stanford, MIT und Princeton. Auch der Fonds der Universität Harvard folgte bislang diesem Prinzip, wobei die jeweilige Gewichtung der verschiedenen Anlageklassen unterschiedlich war.

          Privatanlegern empfiehlt Swensen – ähnlich wie Buffett – allerdings, seinen Ansatz nicht zu kopieren. Das ist schon deshalb schwierig, weil Kleinanleger in der Regel nicht direkt in Hedgefonds oder Private-Equity-Fonds investieren können, deren Mindestanlagesummen sehr hoch sind. Es gibt zwar Möglichkeiten geringere Summen beispielsweise über Dachfonds zu investieren. Das bringt aber entsprechend höhere und renditeschmälendere Gebühren mit sich. Das Hauptargument von Swensen gegen Nachahmungsversuche ist neben mangelnder Expertise auch die beschränkte Zeit, die Privatanleger im Gegensatz zu Profis für Geldanlage aufwenden können.

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