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Aktie : Sorge um die Deutsche Bank

Vorstandschef Christian Sewing bei der Hauptversammlung Bild: Reuters

Die Deutsche Bank hat die Hauptversammlung überstanden – ist sie jetzt eine gute Investition? Was sagen die Analysten?

          Zum Sturz ist es nicht gekommen. Ein Antrag auf die Abberufung Paul Achleitners als Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Bank erlangte am Donnerstag auf der Hauptversammlung keine Mehrheit. Doch immerhin 9 Prozent der Aktionäre stimmten für den Antrag eines Kleinaktionärs. Zur Entlastung Achleitners konnten sich nur 84 Prozent durchringen.

          Tim  Kanning

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Den Unmut der Aktionäre dürfte auch befördert haben, dass sich der Kurs im Laufe der Hauptversammlung noch einmal kräftig verschlechtert hatte. Um bis zu 6 Prozent ging es zeitweise bergab auf knapp über die Marke von 10 Euro. Am Freitag schwankte er um den Schlusskurs des Vortages. Damit hat die Aktie seit Jahresbeginn gut ein Drittel an Wert verloren, von dem kurzen Zwischenhoch von 12 Euro nach dem forschen Start des neuen Vostandsvorsitzenden Cristian Sewing ist der Kurs schon wieder 10 Prozent entfernt.

          Die Anleger hat zum einen abgeschreckt, dass Sewing auch für das laufende Quartal die Erwartungen dämpfte: „Auch im zweiten Quartal bleibt die Ertragslage herausfordernd – und das betrifft insbesondere unsere Unternehmens- und Investmentbank.“ Vor allem die Verkleinerung des Investmentbankings und der damit verbundene Abbau von mehr als 7000 Stellen bis Ende 2019 wirft noch viele Fragen auf.

          Was sagen die Analysten?

          Jochen Schmitt, Analyst im Bankhaus Metzler, hat sein Kursziel für die Bank von 11 auf 10 Euro herabgesetzt. „Uns fällt schwer einzuschätzen, was die Bank in Zukunft verdienen kann, auch weil die angekündigten Kostensenkungen mit Einbußen auf der Ertragsseite einhergehen dürften“, sagt Schmitt. „Außerdem wurde in den vergangenen Jahren viel angekündigt und nur teilweise umgesetzt.“ Sewings Aussicht auf 10 Prozent materielle Eigenkapitalrendite ab 2021 sieht Schmitt skeptisch: „Aus heutiger Sicht rechnen wir für 2020 nur mit rund der Hälfte davon.“

          DT. BANK

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          Unterdessen fragen sich die Beobachter, wie die Bank sich schlagen wird, wenn sich das eigentlich recht gute Umfeld für Banken eintrüben sollte. Ingo Speich, Portfoliomanager der Union Investment, hatte schon während der Hauptversammlung gewarnt: „In einem Stressszenario könnte der Druck so groß werden, dass eine Zerschlagung oder eine ,Not-Fusion‘ mit einer anderen Bank unumgänglich wird.“

          Die amerikanische Investmentbank Goldman Sachs hat die Einstufung auf „Neutral“ mit einem Kursziel von 12,70 Euro belassen. Analyst Jernej Omahen begrüßte Sewings Ankündigungen zwar, sieht aber die strategischen Herausforderungen bestehen. Die Analysten mehrerer Banken hatten ihr Ziel zuletzt unter die Zehn-Euro-Marke gesetzt, im Schnitt erwarten sie 11,30 Euro. Die NordLB sieht die Bank ihren Wettbewerbern mit dem Umbau des Geschäftsmodells um drei bis fünf Jahre hinterherhinken, schrieb Analyst Michael Seufert. Während sie sich noch mit dem Eindampfen von Geschäftsbereichen beschäftige, besetze die Konkurrenz die renditestarken Geschäftsfelder.

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