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Wochenausblick an den Börsen : Amerikas Notenbank dominiert das Marktgeschehen

  • Aktualisiert am

Händler an der New York Börse warten wie alle Anleger weltweit auf den Fed-Entscheid. Bild: AFP

Anleger fiebern diese Woche dem Zinsausblick der amerikanischen Notenbank entgegen. Die Sorge, dass die Aktienmärkte bereits zu hoch bewertet sind, dürfte die Kurse ebenfalls drücken.

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          In der neuen Woche dreht sich an den internationalen Börsen wieder einmal alles um die amerikanische Notenbank. „Die kommende Sitzung des Offenmarktausschusses der Fed ist eine weitere wichtige Wegmarke bei der Normalisierung der amerikanischen Geldpolitik", betont Commerzbank-Analyst Bernd Weidensteiner.

          Fed-Chefin Janet Yellen werde wohl den Startschuss für den Abbau der billionenschweren Wertpapier-Bestände ihres Hauses geben. „Viel wichtiger sind aber Hinweise auf die weitere Zinspolitik", fügt Weidensteiner hinzu. Yellen könnte diejenigen, die nicht mit einer weiteren Zinsanhebung vor dem Jahresende rechnen, auf dem falschen Fuß erwischen. Investoren taxieren die Wahrscheinlichkeit eines solchen Schritts derzeit auf etwas mehr als 50 Prozent. Er gehe zwar weiter von einer Anhebung im Dezember aus, sagt Anlagestratege Carsten Klude vom Bankhaus MM Warburg.  „Allerdings könnte die bislang von der amerikanischen Notenbank postulierte Annahme von drei Zinserhöhungen im Jahr 2018 zu optimistisch sein."

          „Schwierig wird das Umfeld für Aktien"

          „Schwierig wird das Umfeld für Aktien", schrieb Claudia Windt von der Helaba. Steigende Zinsen wirken auf Aktien tendenziell belastend. Erschwerend komme hinzu, dass die Aktienmärkte bereits hoch bewertet seien. So ist der Dax vom jüngsten Tief von Ende August bei knapp unter 11.900 Punkten um mehr als 600 Punkte gestiegen. Der Dow Jones Industrial markierte am Donnerstag sogar ein neues Rekordhoch, ebenso wie der marktbreitere S&P-500 Index. Bei weiter steigenden amerikanischen Zinsen ließen sich „kaum weitere Zugewinne ableiten", urteilte die Strategín. Dann könnte der Dax wieder den Rückwärtsgang einlegen.

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          Mit einem erneuten Raketentest rief sich Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un zum Abschluss der alten Woche den Anlegern ins Gedächtnis zurück. Größere Kursreaktion blieben zunächst zwar aus. „Man kann sich aber des Gefühls nicht erwehren, dass dieses  sogenannte Schattenboxen zwischen Nordkorea und dem Rest der Welt am Ende zu einer Fehleinschätzung auf der einen oder anderen Seite führt", warnt Anlagestratege Michael Hewson vom Brokerhaus CMC Markets. In den letzten Handelstagen hatte die relative Ruhe in der Nordkorea-Krise dem Dax zu einem Kursplus von insgesamt etwa zwei Prozent verholfen. Damit stand er vor dem größten Wochengewinn seit zwei Monaten.

          Eine neue Welle von Konjunkturdaten wird Anleger in der neuen Woche ebenfalls auf Trab halten: In Deutschland steht am Dienstag der ZEW-Index auf dem Terminplan, der die Stimmung der Börsenprofis widerspiegelt. Hinzu kommen Barometer der deutschen und  europäischen Einkaufsmanager (jeweils Freitag) und der europäischen Verbraucher (Donnerstag). Experten rechnen mit einem leichten Rückgang. Aus den Vereinigten Staaten kommen unter anderem die Baubeginne (Dienstag). Hier würden sich die Überschwemmungen durch den Wirbelsturm "Harvey" negativ bemerkbar machen, prognostizieren Analysten. Wegen des Hurrikan „Irma" sei vorerst auch keine Besserung in Sicht.

          Neuordnungen im M-Dax und S-Dax

          Unabhängig davon zieht in der neuen Woche mit Grand City Properties die sechste Immobilienfirma in den MDax ein. Dazu gesellt sich die "neue" Metro, in der nach der Ausgliederung der Media/Saturn-Gruppe in die Schwesterfirma Ceconomy der Lebensmittel-Groß- und Einzelhandel gebündelt ist. Im S-Dax debütieren Lieferdienst Delivery Hero sowie der Grand City-Mehrheitseigner Aroundtown. Die Zusammensetzung von Dax und TecDax ändert sich nicht.

          Auch die Bundestagswahl wirft bereits ihren Schatten voraus - allerdings nur einen kleinen. Denn Börsianer erwarten weder bei der Wiederwahl von Bundeskanzlerin Angela Merkel noch bei einem Sieg der SPD unter ihrem Herausforderer Martin Schulz einen  drastischen Kurswechsel in der Politik.

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