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Trump verhängt Strafzölle : Angst vor Handelskrieg an den amerikanischen Börsen

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Exportorientierte Firmen wir Boeing gehörten zu den größten Verlierern Bild: dpa

Die Wall Street hat mit hohen Kursverlusten auf den bevorstehenden Handelskrieg mit China reagiert. Präsident Trump kündigte ein Strafmaßnahmen-Paket gegen China im Volumen von etwa 60 Milliarden Dollar an.

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          Die Angst vor einer Eskalation im Handelskonflikt zwischen den Vereinigten Staaten und China hat die amerikanischen Aktienmärkte am Donnerstag unter massiven Verkaufsdruck gesetzt. Während die Europäische Union eine Befreiung von erhöhten amerikanischen Einfuhrzöllen auf Stahl und Aluminium nur wenige Stunden vor deren Inkrafttreten erreicht hatte, verschärften sich die Spannungen mit China: Präsident Donald Trump kündigte ein Strafmaßnahmen-Paket gegen das Reich der Mitte im Volumen von etwa 60 Milliarden Dollar an.

          Der Dow Jones Industrial sackte im späten Handel nochmal merklich ab und fiel erstmals seit sechs Wochen wieder unter die Marke von 24 000 Zählern. Letztlich verlor der US-Leitindex mehr als 700 Punkte oder 2,93 Prozent auf 23 957,89 Punkte. Es war dies auch gleichzeitig der höchste Tagesverlust seit sechs Wochen.

          Der breit gefasste S&P 500 sackte am Donnerstag um 2,52 Prozent auf 2643,69 Zähler ab. Der technologielastige Nasdaq 100 büßte 2,50 Prozent auf 6682,26 Punkte ein.

          Trump warf China unfaire Handelspraktiken und den Diebstahl geistigen Eigentums vor. Er sagte, man sei mit China in Verhandlungen, schreite aber in der Zwischenzeit voran. Das Handelsdefizit mit China werde sich durch die Maßnahmen sofort um 100 Milliarden Dollar reduzieren. Die Zeiten seien vorbei, in denen China auf Kosten Amerikas wirtschafte.

          Die parteinahe chinesische Zeitung „China Daily“ hatte schon vor Trumps Ankündigung den Rest der Welt dazu aufgefordert, gegen die Vereinigten Staaten zusammenzustehen. „Da die Vereinigten Staaten ihren Kurs nicht zu korrigieren scheinen, sollten andere Länder aufhören zu hoffen, dass ihnen protektionistische Schüsse erspart bleiben“, schrieb sie.

          Dow Jones

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          Der Datenskandal bei Facebook scheint an der Börse noch nicht ausgestanden zu sein: Der Kurs der Internet-Kontaktplattform gab nach einer Stabilisierung am Vortag um weitere 2,7 Prozent nach. Damit summiert sich das Kursminus in dieser Woche bereits auf rund 11 Prozent. Konzernchef Mark Zuckerberg hatte am Mittwoch Fehler eingestanden und Besserung gelobt. Doch für die Politik ist der Fall damit noch lange nicht abgeschlossen: Sie fordert immer lauter eine schärfere Aufsicht und härtere Strafen für Online-Plattformen.

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          Der Eurokurs hat sein moderat niedrigeres Niveau aus dem europäischen Geschäft im US-Handel gehalten. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde zuletzt bei 1,2308 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,2316 (Mittwoch: 1,2286) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8120 (0,8139) Euro gekostet. Richtungweisende zehnjährige US-Staatsanleihen gewannen 16/32 Punkte auf 99 12/32 Punkte. Sie rentierten mit 2,82 Prozent.

          Der Dax hielt sich im Tagesverlauf nur mit Mühe über den 12.000 Punkten und schloss am Abend 1,7 Prozent im Minus auf 12.100 Punkten. Bei einer rein charttechnischen Betrachtung sieht die Lage an vielen Aktienmärkten mittlerweile düster aus.

          Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen fiel von 0,59 auf 0,52 Prozent. Das ist der niedrigste Stand seit dem 9. Januar. Die Erhöhung des amerikanischen Leitzinses um 0,25 Prozentpunkte zur Wochenmitte spielte im Handel keine besondere Rolle.

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