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„Problemfall“ : Aktie der Deutschen Bank fällt auf historischen Tiefstand

  • Aktualisiert am

Die Deutsche Bank steht weiter unter Druck. Bild: Wolfgang Eilmes

Eine amerikanische Aufsichtsbehörde hat die Deutsche Bank als „Problemfall“ eingestuft. Die Anleger reagieren sehr deutlich.

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          Die Deutsche Bank ist mit ihrem Amerika-Geschäft laut Medienberichten weiter in die Bredouille geraten. Die amerikanische Einlagensicherung FDIC habe das Geldhaus im ersten Quartal dieses Jahres auf eine Liste von „Problembanken“ gesetzt, schrieb die „Financial Times“ am Donnerstag unter Berufung auf eingeweihte Kreise.

          Die Deutsche Bank erklärte in einem Statement, als Konzern „sehr gut kapitalisiert“ zu sein und über „erhebliche Liquiditätsreserven“ zu verfügen. Anleger reagierten sehr beunruhigt. Die Aktie fiel am Donnerstag um 7,15 Prozent und notierte zum Börsenschluss bei 9,07 Euro, so tief wie noch nie in der Geschichte des Geldhauses.

          Die FDIC macht keine konkreten Angaben zu den Banken auf der Liste, doch das Gesamtvermögen der als potenziell gefährdet eingestuften Institute stieg im Quartalsvergleich um gut 42 Milliarden Dollar. Das entspricht etwa der Bilanzsumme der amerikanischen Tochtergesellschaft der Deutschen Bank, die zum Quartalsende 42,1 Milliarden Dollar auswies.

          Dem „Wall Street Journal“ zufolge hatte die amerikanische Notenbank Fed das Institut schon vor rund einem Jahr auf eine der untersten Kategorien ihrer internen Bewertungsskala abgestuft und ihm den Status „in Schwierigkeiten“ gegeben. Daraufhin hatte dann die Einlagensicherung reagiert und das Institut als Problembank eingestuft.

          DT. BANK

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          Vorstandschef Christian Sewing hatte noch am Mittwoch betont, wie wichtig die Vereinigten Staaten auch in Zukunft für die Deutsche Bank seien. Auf einer Abendveranstaltung in Berlin, auf der Sewing neben dem amerikanischen Botschafter Richard Grenell saß, sagte er laut der Nachrichtenagentur Bloomberg: „Grundsätzlich sind die Vereinigten Staaten unser wichtigster Markt.“ Die Bank ziehe sich nur aus einigen kleineren Geschäftsfeldern zurück.

          Nach Informationen der F.A.Z. will die Bank in den Vereinigten Staaten mehr als jede Zehnte ihrer rund 10.000 Stellen abbauen. Zuletzt hatte es Spekulationen gegeben, dass dort sogar 2000 Stellen wegfallen könnten, also jede Fünfte. Diesen Meldungen war die Bank allerdings entgegengetreten. Dass Sewing die Verunsicherung der Mitarbeiter möglichst klein halten will, hatte Sewing am Dienstag vor Investoren in New York klar gemacht. Schon bis Ende Juni soll für den Großteil der Mitarbeiter in den Vereinigten Staaten Klarheit darüber bestehen, ob ihre Stelle betroffen ist oder nicht. Auf der gleichen Veranstaltung sagte er, dass die Bank nicht nur durch den Abbau von Stellen Geld sparen wolle, sondern auch dadurch, dass sie Büros aus den Innenstädten in günstigere Vororte verlegen wolle.

          Auf der Hauptversammlung vor einer Woche hatte Sewing bekanntgegeben, dass im gesamten Konzern schon bis Ende nächsten Jahres mehr als 7000 Stellen wegfallen sollen. Nachdem im Investmentbanking seit einigen Jahren die Erträge zurückgehen, soll dort besonders stark gestutzt werden. Den Absturz des Aktienkurses der Bank hielt die Ankündigung nicht auf.

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