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Rasantes Wachstum : Amazon verdient soviel Geld wie noch nie

Die Rekordzahlen nehmen bei Amazon kein Ende. Bild: Reuters

Der Online-Händler wächst weiter rasant. Cloud Computing bleibt ein Vorzeigegeschäft. Aber in anderen Sparten gab es eine ungewohnte Abschwächung.

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          Der Online-Händler Amazon hat in seinem am Donnerstag nach Börsenschluss vorgelegten Quartalsbericht ein rasantes Umsatzwachstum gemeldet und einen Rekordgewinn ausgewiesen. In einigen seiner Geschäftsbereichen verfehlte er allerdings die Erwartungen leicht, und er gab auch eine etwas schwächer als erhoffte Umsatzprognose.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Der Aktienkurs notierte im nachbörslichen Handel zunächst leicht im Minus. Die Aktie hat sich aber zuletzt gut geschlagen und allein seit Jahresanfang rund 15 Prozent an Wert gewonnen. Amazon hat kürzlich den Softwarekonzern Microsoft als wertvollstes Unternehmen der Welt abgelöst. Der Online-Händler hat derzeit eine Marktkapitalisierung von rund 840 Milliarden Dollar, Microsoft kommt auf rund 800 Milliarden Dollar.

          Insgesamt meldete Amazon für das Schlussquartal 2018 ein Umsatzplus um 20 Prozent auf 72,4 Milliarden Dollar, Analysten hatten im Schnitt mit 71,9 Milliarden Dollar gerechnet. Der Nettogewinn stieg um 63 Prozent auf 3,0 Milliarden Dollar, das Ergebnis je Aktie von 6,04 Dollar war um 36 Cent besser als erwartet. Amazon war früher chronisch ertragsschwach, hat aber nun mehrere Quartale in Folge Milliardengewinne ausgewiesen.

          Das ist in hohem Maße der Sparte Amazon Web Services (AWS) zu verdanken, die auf Angebote rund um „Cloud Computing“ spezialisiert ist. AWS stellt Unternehmen, die ihre Informationstechnik ins Internet verlagern wollen, Computerkapazitäten bereit und bietet eine Reihe damit verbundener Dienstleistungen wie Datenanalyse an. Der Konzern ist Marktführer in diesem Geschäft, zu seinen schärfsten Konkurrenten zählen Microsoft und Google.

          Stationärer Handel fällt zurück

          Im vergangenen Quartal stieg der Umsatz von AWS um 45 Prozent auf 7,4 Milliarden Dollar. Die Sparte wächst nicht nur rasant, sondern ist auch überdurchschnittlich profitabel, ihr Betriebsgewinn kletterte um 61 Prozent auf 2,2 Milliarden Dollar. Im Gesamtjahr 2018 stieg der Umsatz von AWS auf mehr als 25 Milliarden Dollar. Das entspricht mittlerweile immerhin 11 Prozent des Konzernumsatzes.

          Rasantes Wachstum hat Amazon in seinem noch vergleichsweise jungen Geschäft mit Werbung geschafft. In der Sparte mit „anderen Aktivitäten“, die vor allem aus Werbung besteht, hat sich der Umsatz auf 3,4 Milliarden Dollar fast verdoppelt. Dieses Wachstum war allerdings deutlich niedriger als noch in vorangegangenen Quartalen.

          Amazon.com

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          Dies gilt auch für das Geschäft mit gebührenpflichtigen Diensten, wozu das Versandangebot Prime gehört. Hier stieg der Umsatz um 25 Prozent auf 4,0 Milliarden Dollar, in den vorangegangenen Quartalen lag das Wachstum noch bei jeweils mehr als 50 Prozent. Das wirft die Frage auf, ob sich Amazon mit Prime möglicherweise einer gewissen Sättigung nähert.

          In einer seiner Sparten musste Amazon sogar einen ungewohnten Umsatzrückgang hinnehmen. In den physischen Läden des Konzerns fiel der Umsatz um drei Prozent auf 4,4 Milliarden Dollar. Amazon hat seine Präsenz im stationären Handel in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut. Beispielsweise mit der Übernahme der Supermarktkette Whole Foods, dem Aufbau einer Kette eigener Buchläden sowie mit der Eröffnung von kassenlosen Supermärkten mit dem Namen „Amazon Go“.

          Für das erste Quartal sagt Amazon einen Umsatz zwischen 56 Milliarden und 60 Milliarden Dollar voraus. Das würde einem Wachstum von 10 bis 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr entsprechen und somit einer Abschwächung im Vergleich zum abgelaufenen Quartal. Amazons Prognosen sind allerdings mit Vorsicht zu genießen und erweisen sich oft als zu zurückhaltend.  

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