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Aktienkurse steigen : Vorsicht, Bärenmarktrallye!

Der ewige Kampf an der Börse: Bulle und Bär auf dem Frankfurter Börsenplatz Bild: Wolfgang Eilmes

Krieg in der Ukraine, hohe Inflation, schwaches Wachstum: Das Umfeld kaum schlechter sein für Aktien. Trotzdem steigen die Kurse kräftig. Das könnte ein teurer Fehler sein.

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          Der deutsche Aktienindex Dax ist am Montag um gut 1 Prozent auf 13.720 Punkte gestiegen. Gegenüber seinen Juli-Tiefs ist das ein Plus von rund 10 Prozent. Aktuell setzt sich die positive Interpretation von Konjunkturdaten durch. Am Freitag war der US-Arbeitsmarktbericht überragend gut ausgefallen. 528.000 Stellen waren im Juli neu geschaffen worden. Erwartet worden war ein Stellenplus von 250.000. Einerseits wird dies als Beleg gewertet, dass die amerikanische Wirtschaft weit von einer Rezession entfernt sei, andererseits mehren sich aber auch die Ängste vor weiteren kräftigen Zinserhöhungen der Notenbank Fed, um die Inflation in den Griff zu bekommen.

          Daniel Mohr
          Redakteur in der Wirtschaft.

          „Es ist im Prinzip egal, ob nun 75 oder 100 Basispunkte Zinserhöhung erwartet werden“, sagt Sven Streibel, Chef-Aktienstratege der DZ Bank. „Wichtiger ist, dass die Fed klare Signale geliefert hat, dass die Inflationsbekämpfung für sie derzeit noch oberste Priorität besitzt, und das trotz der Risiken für die Konjunkturdynamik.“ Am Wochenende hatte unter anderen die Präsidentin der Notenbank von San Francisco, Mary Daly, betont, die Fed sei mit der Aufgabe, die Inflation zu senken, „noch lange nicht fertig“.

          August und September sind die schwächsten Monate

          Aktienstratege Streibel rät deshalb zur Vorsicht. „Im Moment sind die Sorgen an den Märkten zwar etwas gewichen, aber die Null-Covid-Strategie in China, der Krieg in der Ukraine und die aggressive Straffung der Geldpolitik vieler Notenbanken sind Risiken und Belastungsfaktoren für die Weltkonjunktur und damit auch für die Aktienmärkte.“ Streibel sieht daher noch keine echten Kaufkurse an den Märkten und rät zum Abwarten, bis die Lage sich etwas klarer gestaltet. Am Mittwoch werden in Amerika die Inflationsdaten für den Juli veröffentlicht.

          Uwe Streich, Aktienfachmann der Landesbank Baden-Württemberg, schätzt die aktuelle Lage als fragil ein: „Ein einziger Impuls kann dafür sorgen, dass von heute auf morgen die Stimmung wieder dreht.“ Ihn macht die Mischung aus zu hoher Bewertung an den Aktienmärkten, schwacher Gewinndynamik der Unternehmen, der Blick auf die beiden typischerweise schwächsten Börsenmonate August und September und die Sorglosigkeit andeutende rückläufige Volatilität an den Aktienmärkten skeptisch. „Dazu ist die Fed massiv auf dem Bremspedal, was erst mit einer Zeitverzögerung seine Wirkung auf die Konjunktur zeigen wird“, sagt Streich. „Tatsächlich sehe ich die Gefahr, dass sie über das Ziel hinausschießen könnte.“

          Zwei kräftige Zinsschritte um je 75 Basispunkte hat die Fed zuletzt auf 2,5 Prozent Leitzins durchgeführt. Dies entspricht dem Niveau, auf welchem die US-Notenbanker das neutrale Niveau vermuten. „Jede weitere Zinserhöhung wirkt daher bremsend auf die Konjunktur.“ Am 20. und 21. September findet die nächste Notenbanksitzung statt.

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