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Altlasten in den Bilanzen : Europas Banken tragen langsam faule Kredite ab

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Bankenhochburg Frankfurt Bild: Wiesinger, Ricardo

Europas Banken bauen ihre faulen Kredite weiter ab. In einem Euro-Land sind zehn Jahre nach der Finanzkrise aber immer noch fast 45 Prozent aller Darlehen ausfallgefährdet.

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          Die großen Banken im Euro-Raum machen Fortschritte beim Abbau ihrer faulen Kredite. Sie verringerten den Bestand im vierten Quartal 2017 im Vergleich zum dritten Jahresviertel um rund fünf Prozent auf 721,18 Milliarden Euro, wie die EZB-Bankenaufsicht mitteilte. Rund 26 Prozent entfallen dabei auf Italien. Dort waren es mit 186,72 Milliarden Euro aber zumindest fünf Prozent weniger als im Vorquartal.

          Die nach wie vor hohen Altlasten in den Bilanzen sind eine Folge der jahrelangen Wirtschaftsflaute im Euro-Raum nach der weltweiten Finanzkrise von 2008. Besonders stark betroffen sind weiterhin auch Banken in Griechenland. Dort waren im Schlussquartal immer noch fast 45 Prozent aller Darlehen ausfallgefährdet. In Zypern waren es fast ein Drittel, in Portugal rund 17 Prozent und in Italien immer noch mehr als elf Prozent. Bei allen großen Banken im Euro-Raum zusammengenommen waren es 4,92 Prozent.

          Im März hatte die EZB-Bankenaufsicht Richtlinien zum Umgang mit Darlehen herausgegeben, die neu als ausfallgefährdet eingestuft werden. Damit soll verhindert werden, dass in den Bilanzen erneut große Bestände an Problemdarlehen aufgetürmt werden. Für die Altlasten gelten diese Vorgaben jedoch nicht. Für viele Experten sind sie aber das viel größere Problem. Denn Banken sind deshalb womöglich zögerlicher bei der Vergabe neuer Kredite, was das Wirtschaftswachstum dämpfen kann.

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