https://www.faz.net/-gv6-9gew0

Geldanlage im Dax : Eine der attraktivsten Dax-Aktien

  • -Aktualisiert am

Oliver Bäte, Vorstandsvorsitzender des Versicherungskonzerns Allianz SE kann mit guten Ergebnissen aufwarten. Bild: dpa

Nach einem Gewinnsprung steuert die Allianz in diesem Jahr abermals auf ein Rekordergebnis zu. Für Anleger gibt es neben der Hoffnung auf das nächste Aktienrückkaufprogramm weitere gute Argumente für den Kauf der Aktie.

          Europas größter Versicherer Allianz hat seinen Gewinn im dritten Quartal dank geringerer Katastrophenschäden überraschend deutlich steigern können. An der Börse wird das honoriert. In einem schwachen Gesamtmarkt zählt die Allianz-Aktie am Freitag zu den besten Werten im Deutschen Aktienindex.

          Der Versicherer baute sein Ergebnis im dritten Quartal um gut ein Fünftel aus und sieht sich auf Kurs auf den angepeilten operativen Jahresgewinn von 11,1 Milliarden Euro. Davon hat die Allianz nach den ersten neun Monaten zwar bereits fast 80 Prozent erreicht, doch in die Höhe schrauben wollte Vorstandschef Oliver Bäte die Prognose am Freitag nicht. „Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir auch in diesem Jahr wieder unsere Ziele erreichen werden“, sagte Bäte. Dennoch: Bäte hat die finanziellen Ziele, die er dem Konzern bei seinem Amtsantritt vor drei Jahren bis 2018 gegeben hatte, fast alle erreicht. So liegt die wichtige Eigenkapitalrendite mit 13,8 Prozent nach neun Monaten sogar über dem anvisierten Ziel von 13 Prozent

          Gut verlief das Geschäft im vergangenen Quartal vor allem in der Sparte Schaden und Unfall – hauptsächlich weil Schäden und Unfälle den Versicherer weniger teuer zu stehen kamen als 2017. Vor einem Jahr hatte eine Serie schwerer Hurrikans in den Vereinigten Staaten und der Karibik die Allianz über eine halbe Milliarde Euro gekostet, in diesem Sommer schlugen Schäden aus Naturkatastrophen mit vergleichsweise niedrigen 245 Millionen zu Buche. Außerdem verbuchte die Sparte laut Allianz hohes Einnahmewachstum.

          Gros der Analysten rät zum Kauf

          Das gute Zahlenwerk der Allianz hat viele Analysten dazu bewogen, eine schnelle (Neu-)Einschätzung zur Aktie abzugeben. Das Gros der Finanzexperten sieht demnach ein Kursziel im Korridor von 210 bis 220 Euro je Aktie. Die Zahlen des Versicherungskonzerns seien besser als erwartet ausgefallen, schrieb unter anderem Analystin Claudia Gaspari der britischen Investmentbank Barclays in einer Schnelleinschätzung und rät zum Kauf.

          Die Investmentbank Equinet hat ebenso die Einstufung für die Allianz SE „Buy" mit einem Kursziel von 220 Euro belassen. Einziger Schwachpunkt sei der unveränderte Ausblick für das operative Ergebnis in diesem Jahr, der als Hinweis auf ein schwächeres viertes Quartal interpretiert werden könnte, hieß es hier. Dennoch sei die Aktie attraktiv bewertet.

          ALLIANZ

          -- -- (--)
          • 1T
          • 1W
          • 3M
          • 1J
          • 3J
          • 5J
          Zur Detailansicht

          Auch die UBS rät zum Kauf der Versicherungsaktie und sieht ein Kursziel von 220 Euro. Dass es zunächst keine weiteren Aktienrückkäufe gebe, könnte bei den Anlegern für etwas Enttäuschung sorgen. Die von ihm erwartete weitere Milliarde könnte am Investorentag Ende November aber noch kommen, so der Analyst Andrew Stott. Derweil sieht die Commerzbank die Allianz-Aktie sogar mit einem Kursziel bei 235 Euro. Analyst Michael Haid sprach von sehr starken Resultaten des Versicherers. Anleger sollten diese Aktie kaufen, schrieb er.

          Zum gleichen Ergebnis kommt wiederum auch die DZ Bank, mit einem Kursziel von 220 Euro. Analyst Thorsten Wenzel wertet insbesondere die verbesserte Kostenquote im Schaden/Unfall-Geschäft des Versicherers positiv.

          Attraktiver Dividendenzahler

          Abseits der Analysteneinschätzungen können langjährige Allianz-Aktionäre durchaus zufrieden mit ihrem Investment sein. Wer vor zehn Jahren die Summe von 10.000 Euro in den Münchner Dax-Konzern investiert hatte, kann heute auf eine Depotgröße von mehr als 28.000 Euro blicken. Auf Sicht der vergangenen fünf Jahre konnte ein Anleger aus 10.000 Euro immerhin über 14.500 Euro machen und somit fast 50 Prozent Gewinn erzielen.

          Lediglich mit einer Anlage vor einem Jahr müssen Investoren bisher mit moderaten Verlusten auskommen. Das sollte sich aber ausbügeln lassen: Bei den aktuellen Kursen und den Kurszielen der Analysten ergibt sich rechnerisch eine Renditechance von bis zu 25 Prozent.

          Ein weiteres Argument für ein langfristiges Engagement als Allianz-Aktionär ist die attraktive Dividendenrendite des Münchner Konzerns. Allein  2019 stehen hier über fünf Prozent in Aussicht, der Konzern hatte aber schon in den vergangenen Jahren mit guten Ausschüttungen bei den Aktionären glänzen können. Dass die Aktie mit einem prognostizierten 2019er-KGV von unter 10 bewertet ist, dürfte ebenfalls für manchen Anleger die Entscheidung einfacher machen, sich die Aktie einmal näher anzuschauen.

          Weitere Themen

          Kurs der Henkel-Aktie unter Druck

          Investitionsprogramm : Kurs der Henkel-Aktie unter Druck

          Wenn Unternehmen investieren, ist das volkswirtschaftlich und langfristig betriebswirtschaftlich gesehen, eigentlich eine gute Sache. Aktionäre sehen dies allerdings bisweilen ganz anders.

          Topmeldungen

          Donald Tusk und Theresa May bei einem Treffen in Brüssel am 25. November 2018

          Liveblog zum Brexit : EU lehnt Mays Plan B umgehend ab

          +++ May will mit EU erneut über Nordirland-Auffanglösung verhandeln +++ Kein zweites Referendum +++ Corbyn: „nichts Neues“ +++ Alle Entwicklungen im FAZ.NET-Liveblog. +++
          Wie ausradiert: Die Zerstörung immer größerer Teile des Gehirns führt zum großen Vergessen und am Ende sogar zum Verlust der Persönlichkeit.

          16 Jahre vor der Demenz : Ein Bluttest für Alzheimer

          Unheilbar, aber nicht unsichtbar: Nachdem deutsche Forscher entdeckten, dass Alzheimer-Spuren lange vor Krankheitsbeginn im Blut zu finden sind, haben sie einen Bluttest entwickelt. Anwendungsreif ist er nicht.
          Die schwarz-rot-goldene Begeisterung ist groß in den Hallen der Handball-WM.

          WM-Kommentar : Der Erfolg des Handballs

          Egal, ob man harte Zahlen nimmt oder den weichen Faktor Gefühl: Diese Handball-WM ist bislang eine einzige Erfolgsgeschichte. Das verwundert nicht. Erstaunlich ist aber etwas anderes. Ein Kommentar.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.