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Allianz & DWS : Großfusion in der deutschen Fondsbranche?

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Das Hauptgebäude der Deutschen Bank in Frankfurt mit DWS-Plakat. Bild: EPA

Mit den sich anbahnenden offiziellen Fusionsgesprächen zwischen Deutsche Bank und Commerzbank rücken andere Unternehmen in den Blickpunkt. Die Allianz soll an der Fondsgesellschaft DWS der Deutschen Bank interessiert sein.

          Die Allianz hat einem Medienbericht zufolge ein Auge auf die Deutsche-Bank-Tochter DWS geworfen. Der Versicherer erwäge einen Zusammenschluss seines Vermögensverwalters Allianz Global Investors mit der Fondsgesellschaft DWS, berichtet die Agentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Deutsche Bank, Allianz und DWS wollten sich dazu nicht äußern. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet unter Berufung auf zwei mit der Situation vertraute Personen, dass es keine Gespräche gebe. Was aber in sechs Monaten sei, könne niemand sagen.

          Die Vermögensverwaltung ist neben der Sachversicherung eine der Sparten, in der die Allianz schon länger mit Übernahme liebäugelt. Eine Fusion würde dem Bericht zufolge der Deutschen Bank helfen, eine mögliche Fusion mit der Commerzbank zu finanzieren. Am vergangenen Wochenende war bekannt geworden, dass die beiden letzten deutschen Großbanken informelle Gespräche über einen Zusammenschluss führen. Am Sonntagmittag soll es eine Ankündigung offizieller Gespräche geben.

          Die Allianz prüfe eine Fusion ihrer Fondsgesellschaft Allianz Global Investors (AGI)  mit der DWS. Damit soll ein großes deutsches Institut entstehen, das im internationalen Vergleich mithalten können sollte. Zusammen kämen sie auf rund ein Drittel des deutschen Investmentmarktes, den der Branchenverband BVI auf rund drei Billionen Euro veranschlagt.

          Die DWS ist mit einem verwalteten Vermögen von 662 Milliarden Euro die größte Fondsgesellschaft Deutschlands, international aber her von überschaubarer Größe. AGI ist in Deutschland die Nummer zwei. Allerdings gehört auch die amerikanische Gesellschaft PIMCO dazu. Gemeinsam mit Pimco ist AGI heute schon weltweit die Nummer fünf und könnte mit der DWS auf Platz drei vorrücken, auch wenn der Abstand zu Blackrock und Vanguard immer noch groß wäre.

          Die Überlegungen der Allianz befänden sich aber noch in einem frühen Stadium. Ob sich daraus Fusionsgespräche entwickelten, sei nicht gewiss. Ein Verkauf der DWS-Anteile könnte der Deutschen Bank allerdings helfen, eine mögliche Fusion mit der Commerzbank zu finanzieren. Die beiden Banken wollen demnächst auch offizielle Gespräche darüber aufnehmen.

          DWS GROUP GMBH+CO.KGAA ON

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          Nach einer Analyse der DZ Bank würde eine Fusion rund 8 Milliarden Euro kosten. Die Anteile der Deutschen Bank an der DWS sind an der Börse derzeit rund 4,3 Milliarden Euro wert. Der Erlös sollte jedoch 5 Milliarden Euro betragen, wenn die Deutsche Bank Abschreibungen vermeiden will, berichtet Bloomberg unter Berufung auf Personen, die mit der Angelegenheit vertraut seien. Mit einem Verkauf der Vermögensverwaltung würde die Deutsche Bank auf den Kurs der Commerzbank einschwenken, die ihre Fondsgesellschaft Cominvest schon vor zehn Jahren an die Allianz verkauft hat.

          Derzeit hat in der Fondsbranche eine Konsolidierung begonnen, weil die Margen durch Regulierung und den Erfolg des preisgünstigeren Index-Investment unter Druck geraten sind. Ein Kauf der DWS könnte damit auch für andere Fondsgesellschaften in Frage kommen. Als möglicher Interessent gilt die französische Amundi, die eine Stellungnahme ablehnt.

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