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Anlagetaktik : Aktienmarktprognosen schwanken derzeit stark

Wie geht es im Dax weiter? Bild: dpa

Die Dynamik des transpazifischen Handelskonflikts wird von Aktienmarktanalysten unterschiedlich eingeschätzt. Die Helaba sieht den Dax in einem Jahr bei 13.500, die LBBW dagegen nur bei 11.400 Punkten

          Donald Trump twittert, die Märkte reagieren. Amerikas Präsident kündigte im Handelsstreit mit China an, kein Geld mehr an die Chinesen zu „verlieren“. Und so brachte die amerikanische Regierung die am Sonntag von Trump auf Twitter angedrohte Zollerhöhung auf chinesische Importe in Höhe von 200 Milliarden Dollar nun auf den Weg. Auch auf der Pressekonferenz des Bundesverbands Öffentlicher Banken (VÖB) zum Ausblick auf die Aktienmärkte war der Handelskonflikt ein wichtiges Thema – mit zum Teil unterschiedlichen Einschätzungen.

          Antonia Mannweiler

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Man solle nicht in Panik verfallen, sagt etwa Markus Reinwand, Aktienmarktstratege der Helaba. Auch Amerika habe kein Interesse an einer weiteren Eskalation. Stattdessen seien beide Seiten an einer Deeskalation interessiert. Dementsprechend positiv sticht die Prognose der Helaba im Vergleich zu den anderen Landesbanken heraus und das nicht nur für den amerikanischen Aktienmarkt. Den amerikanischen Aktienindex Dow Jones sieht sie in einem Jahr bei 27.300 Punkten. „Wir sind deutlich optimistischer für das Kursziel in Europa und Deutschland“, sagt Reinwand und nennt als Grund dafür die veränderte Geldpolitik. Den deutschen Standardwerteindex Dax sieht er bei 13.500 Punkten. Eine Rezession erwartet er dagegen nicht. Er könne sich nicht daran erinnern, wann jemals eine Rezession frühzeitig angekündigt wurde.

          Weder besonders optimistisch, noch besonders pessimistisch gestaltet sich der Ausblick auf die Kapitalmärkte der Deka Bank. Kapitalmarktstratege Joachim Schallmayer rechnet zwar mit einem Anstieg der Volatilität. Angesichts der Drohungen Trumps solle man aber nicht in Pessimismus verfallen. Er erwarte im nächsten Jahr ein weniger spannendes Aktienmarktumfeld und geht von einem Dax-Stand bis Mai 2020 von 12.500 Punkten aus. Den Dow Jones sieht er bei 25.300 Punkten.

          Defensiver gestaltet sich dagegen die Prognose von Volker Sack von der Nord LB. „Wir sehen das nicht so“, sagt Sack und bringt zum Ausdruck, dass er nicht an ein wenig spannendes Umfeld für die Kapitalmärkte glaubt. Es gebe weiter geopolitische Risiken. So sei nicht nur die Türkei noch ein Thema, sondern auch der Konflikt zwischen Iran und Amerika mit den möglichen Auswirkungen auf den Ölpreis. Auch das Brexit-Thema spricht Sack an: „Das ist teilweise vertagt, aber lange nicht gelöst.“ So habe es im vergangenen Jahr eine Reihe von Gewinnrevisionen gegeben. Dunkle Wolken sieht er auch über dem hiesigen Markt – ganz unabhängig von den konjunkturellen Sorgen. So seien etwa die Probleme von Bayer oder BMW hausgemacht und nicht der Konjunktur geschuldet. „Wäre das Thema Bayer letztes Jahr nicht gewesen, wäre der Dax 200 oder 300 Punkte höher gewesen“, sagt Sack.

          Einig sind sich Schallmayer und Sack aber hinsichtlich der Dividende als Absicherung. Sie bleibe ein ganz zentraler Bestandteil für den Gesamtertrag, sagt etwa Schallmayer. Der Dividenden-Dax habe sich besser entwickelt als der Dax, meint Sack, der ]erwartet, dass die 30 Dax-Konzerne mehr als 40 Milliarden Euro ausschütten werden und damit 7,5 Prozent mehr als  im Jahr zuvor. „Das ist wirklich sehr, sehr viel.“ Auch wenn das für Anleger ganz nett sei, sagt Sack, so stelle sich gleichzeitig die Frage, ob es keine ausreichenden Investitionsmöglichkeiten gebe.

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