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Lage an den Aktienmärkten : Wann kommt die Erholung an den Börsen?

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Der Blick auf die Dax-Tafel: Im August hatte der Börsenindex den zweiten Monat in Folge Kursverluste. Bild: Reuters

Die Börse startet in einen neuen Handelsmonat. Den August hat der Dax mit einem Minus von mehr als zwei Prozent beendet, für den September sind derweil viele Analysten optimistisch.

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          Auch in der neuen Woche richten sich die Blicke der Anleger auf die Themen der vergangenen Wochen Handelskonflikt, Italien, Brexit und Rezessionsängste. Nachdem die Aussichten auf eine neue italienische Regierung und ermutigende Signale aus China und den Vereinigten Staaten in der abgelaufenen Woche für eine Erholung am deutschen Aktienmarkt gesorgt hatten, glauben nicht wenige Experten an eine kurzfristige Fortsetzung. Dabei müssen die hiesigen Börsen zum Wochenstart allerdings auf Schützenhilfe aus Amerika verzichten, denn an der New Yorker Wall Street wird wegen des „Labor Day“-Feiertages zum Wochenauftakt nicht gehandelt.

          „An den Finanzmärkten herrscht Kauflaune, und zwar unabhängig vom Risikostatus“, stellte Helaba-Analyst Christian Apelt fest. Allerdings sei die im September erwartete geldpolitische Lockerung durch Notenbanken bereits angemessen berücksichtigt, erklärte der Experte.

          Schaut man auf den Dax, so ist zu bemerken, dass der Börsenindex den August mit einem Minus von 2,1 Prozent beendet hat und zudem das erste Mal in diesem Jahr zwei Monate in Folge am Ende mit Abschlägen dasteht. Das Jahreshoch bei 12.630 am 7. Juli ist mittlerweile mehr als 1300 Punkte entfernt. Seit Jahresbeginn kann der Dax bis heute noch auf ein Plus von etwas mehr als 13 Prozent aufweisen.

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          Der Chefanlagestratege der Commerzbank Chris-Oliver Schickentanz warnt zudem, dass die Börsen im Bann der politischen Entwicklungen blieben. Sollten die erhofften Fortschritte im Zollkonflikt Amerika und China ausbleiben, nehme das Enttäuschungsrisiko zu. Aus den jüngsten Konjunkturdaten allein lasse sich kein Optimismus für die Märkte begründen.

          Allerdings spricht das derzeitige Bewusstsein der Investoren für weitere Dämpfer nach Ansicht der Strategen von Barclays gegen einen kurzfristigen Ausverkauf: „Die Anleger scheinen sich für das Schlimmste zu positionieren.“ Die Experten konstatieren eine starke Gewichtung defensiver Branchen im laufenden Monat. So seien Versorger und die Gesundheitsbranche gefragt, während die Anleger um klassische Zykliker wie Autosektor und Industrie einen Bogen machten. Sollten sich die konjunkturellen Aussichten verbessern und die weltweiten politischen Spannungen sich beruhigen, halten sie eine Erholungsrally für möglich - gerade weil niemand darauf vorbereitet sei.

          Mangel an Alternativen

          Uwe Streich, Investmentanalyst der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), sieht die Aktienmärkte derzeit gefangen zwischen Rezessionsangst und einem Mangel an Alternativen. Im Kontext der momentanen Konjunktur- und Gewinnschwäche seien die Börsen recht ambitioniert bewertet. „Aufgrund eines immer größeren Anlagenotstands dürften allerdings Kapitalsammelstellen wie beispielsweise Versicherer dazu gezwungen sein, ihre Ressentiments gegenüber Aktien mehr und mehr über Bord zu werfen und ihre Aktienquote trotz einer möglicherweise bevorstehenden Rezession mit der gebotenen Vorsicht sukzessive zu erhöhen“, so Streich.

          Dow Jones

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          Aus Konjunktursicht sind in der neuen Woche die chinesischen und die amerikanischen Einkaufsmanagerindizes, Daten zum Arbeitsmarkt in Amerika sowie die Verfassung der deutschen Industrie zentrale Ankerpunkte. Der chinesische Caixin-Einkaufsmanagerindex zum Verarbeitenden Gewerbe steht am Montag, jener für das Dienstleistungsgewerbe am Mittwoch auf der Agenda. Die entsprechenden Stimmungsindikatoren aus den Vereinigten Staaten sind für Dienstag und Donnerstag terminiert.

          Unternehmensseitig stehen mögliche Änderungen in den deutschen und europäischen Leitindizes im Fokus. Am Mittwochabend wird die Deutsche Börse etwaige Indexaufsteiger und -absteiger bekanntgeben. Dabei dürften sich die Papiere von Deutsche Wohnen und MTU Aero Engines bis zur letzten Minute ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Aufnahme in den Dax Mitte September liefern. Der von Experten erwartete Abstieg des Stahl- und Industriekonzerns Thyssenkrupp beschert einem von beiden den frei werdenden Platz in der ersten deutschen Börsenliga.

          Am Montagabend sollen etwaige Änderungen der europäischen Indizes bekanntgegeben werden. Der Index-Anbieter Stoxx Ltd., eine Tochter der Deutschen Börse, hat nach Ende des Börsenhandels am Freitag auf Basis der Schlusskurse entschieden. Es könnte für die Aktien von Adidas und Deutsche Börse spannend werden. Der Sportartikelhersteller Adidas könnte womöglich den Sprung in den Stoxx Europe 50 schaffen und die Deutsche Börse mit Glück in den Leitindex der Eurozone, den EuroStoxx 50, aufgenommen werden.

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