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Aktienmarkt : Lieber Airbus-Aktien statt A380

Ein A380 der Sigapore Airlines: Ein Bild, bald für’s Album „Geschichte der Luftfahrt“ Bild: Reuters

Der A380 wird Geschichte, die Anleger finden’s gut. Puma wächst und den Anlegern gefällt’s nicht. Es ist einiges los am Aktienmarkt.

          Der Donnerstag bringt wieder einige Bewegung am Aktienmarkt. Der flüchtige Blick auf den allumfassenden C-Dax zeigt, dass praktisch alle Werte, deren Kurse am Mittwoch unerklärlicherweise stiegen, heute im Minus stehen. Aber das nur nebenbei.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Denn heute ist viel Bewegung bei Aktien angesagt, die ein paar Anleger mehr interessieren. Thema Nummer eins: Airbus.

          Tja, das war es nun mit dem A380. Überraschung? Wohl kaum. Schon seit Jahren ist bekannt, dass viele Flugzeuge dieses Typs ausrangiert wurden und nur noch als Ersatzteillager dienen. Deutsche Anleger, die Flugzeugfonds für den A380 wissen ein Lied davon zu singen.

          AIRBUS GROUP

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          Und ihre Leiden könnten sich vergrößern, denn die Beliebtheit des A380 fördert das Produktionsaus gewiss nicht. Dagegen können sich die Aktionäre freuen, denn der Airbus-Kurs legt um fast 5 Prozent zu und nähert sich damit seinem Rekordhoch vom vergangenen Juli. Seit dem Jahreswechsel hat das Papier schon rund 30 Prozent an Wert gewonnen.

          Was den Anlegern gefällt, ist dass trotz des A380 der Reingewinn deutlich stieg und Airbus die Erwartungen der Analysten übertraf. Mit dem A380 hatte der Konzern hingegen kaum Geld verdient und mit anhaltenden Verlusten gerechnet.

          Gut 10 Prozent legt einmal mehr der Aktienkurs von Wirecard zu. Nachdem ein Zeuge eingeräumt haben soll, im Vorhinein von den Veröffentlichungsterminen kritischer Berichte gewusst zu haben, haben im aktuellen Gefecht einmal mehr die Wirecard-Unterstützer Oberwasser.

          WIRECARD

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          Und viel Spaß haben am Donnerstag nicht zuletzt auch die Aktionäre von Gerresheimer, die einen runden Aufschlag von 10 Prozent verbuchen können. Der Glasverpackungshersteller hat gute Geschäftszahlen vorgelegt und will in den Jahren 2020 bis 2022 ein Umsatzwachstum von durchschnittlich 4 bis 7 Prozent pro Jahr erzielen, und das bei einer operativen Marge, die von 21 auf  23 Prozent klettern soll.

          Aber wie immer gibt es auch Anleger, für die der Donnerstag kein guter Tag ist. Und das, obwohl er eigentlich gut angefangen hatte.

          Der Sportartikelhersteller Puma hat 2018 bei einem um 12,4 Prozent höheren Umsatz den Gewinn um 38 Prozent auf 187,4 Millionen Euro gesteigert. Und 2019 soll der Umsatz noch mal um 10 Prozent zulegen. Also: Die Rückbesinnung auf das Kerngeschäft Sport war ein Erfolg.

          Nur: Die Anleger sehen das in der Mehrheit anders. Um knapp 6 Prozent fällt der Kurs. Gut ist eben manchmal nicht gut genug. Puma ist mit dem gut 27-fachen des für 2019 erwarteten Gewinns bewertet – immer noch. Da sagt der Kurs: Du bist zu Höherem berufen als 10 Prozent Wachstum! Nun ja, vielleicht ist es ja eine Gelegenheit nachzukaufen, wie JPMorgan-Analystin Chiara Battistini meint.

          PUMA

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          War sonst noch was? Ja. RIB Software, Spezialist für Bau-Software gewinnen mehr als 10 Prozent. da waren die Zahlen eben gut genug.

          Das Unternehmen übertraf die Umsatzprognose. Und die Voraussetzungen waren andere. Im vergangenen Jahr waren Zweifel an einigen strategischen Entscheidungen laut geworden und der Kurs um rund zwei Drittel gefallen. Allerdings hatte der Aktienkurs im März 2018 auch einen vorübergehenden Schuss um ein Drittel nach oben getan. So etwas tut Notierungen selten gut und meistens leiden sie über den Schuss nach oben hinaus.

          Seit Dezember aber ist die Notierung schon  auf Erholungskurs und da kommen die guten Nachrichten gerade recht. Was nicht so ganz passt, ist dass das geschätzte Kurs-Gewinn-Verhältnis bei etwa 32 liegt. Das ist jetzt nicht das, was man so gemeinhin als preiswert bezeichnet.

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