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Dramatische Verluste : Ausverkauf in Asien

Ein Mann steht vor der Kurstafel in Indien: Der Aktienmarkt dort erlebte den schlimmsten Handelstag aller Zeiten. Bild: AFP

Der indische Aktienmarkt erlebte den schlimmsten Handelstag aller Zeiten. Analysten im Westen Asiens wie auch ganz im Osten der Region sprachen gar von einem „Blutbad“ an den Märkten.

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          Im Westen Asiens wie auch ganz im Osten der Region sprachen Analysten am Ende des Handelstages von einem „Blutbad“: Morgens hatte der australische Aktienindex S&P ASX200 so viel verloren wie zuletzt während der Weltfinanzkrise 2009. Abends war dann klar, dass der indische Aktienmarkt den schlimmsten Handelstag aller Zeiten durchlebt hatte. Australiens Index verlor am Donnerstag 7,4 Prozent seiner Wertes. Seit dem Allzeithoch am 20. Februar hat er nun 26 Prozent oder 559 Milliarden Australische Dollar (321,7 Milliarden Euro) eingebüßt. Der Donnerstag war tiefrot, obwohl Ministerpräsident Scott Morrison ein Hilfspaket im Volumen von 17,6 Milliarden Australischen Dollar geschnürt hatte.

          Christoph Hein

          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Morrison öffnet die Schleusen, um unbedingt die erste Rezession in Australien seit 29 Jahren zu verhindern. Der Reisebann des engen Partners Amerika aber verhagelte der australischen Regierung ihren Auftritt: Die Aktionäre merkten, dass das Coronavirus noch größere Sprengkraft besitzt, als sie bislang glaubten. Sie zog Stunden später auch den indischen Markt in die Tiefe. Der Sensex-Aktienindex büßte in Bombay (Mumbai) 8,2 Prozent ein. Bankwerte wie ICICI, HDFC oder SBI verloren bis zu 12 Prozent, auch weil sich abzeichnet, dass die Notenbank (RBI) den Leitzins schon vor ihrer Sitzung im April weiter senken wird. Anders als die australische Reserve Bank hat die RBI noch genug Feuerkraft. Die indische Währung Rupie näherte sich mit 74,34 ihrem Allzeittief gegenüber dem Dollar, das im Oktober 2018 bei 74,48 je Dollar lag.

          Bombay BSE

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          In Japan verlor der Nikkei-Index 4,4 Prozent auf 18559,6 Punkte. Das entspricht einem Minus von 21 Prozent seit Mitte Februar. In Tokio richten sich die Erwartungen darauf, wie die Bank von Japan in der kommenden Woche auf die Turbulenzen am Finanzmarkt reagieren wird. Erwartet werden höhere und flexiblere Käufe von handelbaren Aktienfonds (ETF). Schon in den vergangenen Tagen hatte die Zentralbank die Ankäufe dieser Wertpapiere beschleunigt. Spekuliert wird auch, dass die Zentralbank zu niedrigen Zinsen kleinen Unternehmen Geld zur Verfügung stellen könnte. Gouverneur Kuroda erklärte nach einem Gespräch mit Ministerpräsident Abe seine generelle Bereitschaft, gegebenenfalls zu handeln.

          NIKKEI

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          Südkoreas Börse erlebte zum ersten Mal seit achteinhalb Jahren einen zeitweisen generellen Handelsstopp, weil die Kurse zu schnell abrutschten. Fünf Minuten lang wurde der Handel ausgesetzt. Am Schluss ging der Aktienindex Kospi mit einem Minus von 3,9 Prozent auf 1834 Punkte aus dem Handel. Seit Mitte Februar hat er 18 Prozent verloren. Der Won wertete gegenüber dem Dollar mehr als 1 Prozent ab. Die Bank von Korea warnte in ihrem halbjährlichen Wirtschaftsbericht, dass das neue Coronavirus die Wirtschaft schwerer und länger treffen werde als frühere Epidemien. Signale für eine bevorstehende Lockerung ihrer Geldpolitik gab die Zentralbank nicht.

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