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ETF : Nachfrage sinkt im Oktober

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Trotz Maske vor dem Gesicht: Auf Chinas Konjunktur ruhen wieder Hoffnungen. Bild: EPA

Die Mittelzuflüsse in ETF sind auch ein Indikator für die Marktstimmung. Demnach hat diese im Oktober nachgelassen. Asien war begehrt.

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          Die Verunsicherung rund um die amerikanische Präsidentenwahl und die zweite Corona-Welle in Europa haben im Oktober das Interesse an ETFs global von 48,6 auf 42,7 Milliarden Euro verringert. Das berichtet der ETF-Anbieter Amundi. „Bremsspuren“ habe es vor allem bei Aktien-ETFs gegeben, denen im Oktober mit 17,4 Milliarden Euro global nur rund halb so viele Neugelder zuflossen wie im Vormonat. Renten-ETFs waren mit einem Plus von 25,4 Milliarden Euro global dagegen stärker gefragt.

          In Europa lagen Aktien-ETF indes weiter vorn. 2,5 Milliarden Euro wurden neu in diesen angelegt, während Renten-ETF nur 1,7 Milliarden Euro zuteil wurden. Bedenken hinsichtlich der weiteren Konjunkturentwicklung hätten bei Anleihen aus dem Euroraum zu Abflüssen im Volumen von insgesamt knapp 1,6 Milliarden Euro geführt, wobei rund 70 Prozent auf als investmentwürdig eingestufte Renten entfielen. Dagegen waren angesichts frischem Geld in Höhe von 2,74 Milliarden Euro Staatsanleihen begehrt – und Rentenpapiere aus Asien, auf dass die Anleger mit mehr Zuversicht geblickt hätten. Immerhin 778 Millionen Euro wurden in ETF auf chinesische Anleihen und 592 Millionen Euro in ETF auf Staatstitel aus Schwellenländern gesteckt.

          Aktienanleger machten die amerikanischen Präsidentschaftswahlen offenkundig nervös. 1,3 Milliarden Euro zogen sie aus amerikanischen Aktien-ETF ab, eher geringfügig auch aus Euroland-Aktien. Dagegen standen auch hier China und die Schwellenländer mit Zuflüssen von insgesamt knapp einer Milliarde Euro auf den Kauflisten.

          Und weil es im ersten Lockdown so gut funktioniert hatte, griffen die Investoren auch vor dem zweiten zu den bewährten Branchen. 531 Millionen Euro flossen in Gesundheitsaktien, während Immobilien etwas weniger gefragt waren. Seit Jahresbeginn belaufen sich die Rückgaben von ETFs auf die Immobilienbranche nun 543 Millionen Euro.

          In den vergangenen zehn Monaten waren sowohl Sektor- als auch ESG-Aktienstrategien beliebt, während ETF auf bekannte Indizes sowie Smart Beta-ETF auf wenige Nachfrage stießen. Seit Jahresbeginn beliefen sich die Zuflüsse in ESG-ETFs auf 22,9 Milliarden Euro, während Sektor-ETFs um 15,4 Milliarden Euro zulegten. Hingegen wurden aus Smart-Beta-Strategien fast 7 Milliarden Euro abgezogen.

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