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Aktienmarkt : Trump spielt Kursverluste herunter

Hat alles im Griff, meint er: Amerikas Präsident Donald Trump Bild: AFP

Die jüngsten Kursverluste an den Aktienmärkten betrachtet Amerikas Präsident als vorübergehend. Seine Politik werde bald wieder für bessere Zeiten sorgen.

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          „Seit meiner Wahl bricht der Aktienmarkt einen Rekord nach dem anderen“, prahlte Amerikas Präsident Donald Trump vor einem Jahr auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. Damit hatte er Recht. Zu diesem Zeitpunkt hatte der S&P-500-Aktienindex bei 2873 Punkten ein Allzeithoch erklommen und war seit dem Amtsantritt um rund 26 Prozent gestiegen.

          Martin Hock
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Ob es zwischen seinem Amtsantritt und der Hausse auch einen ursächlichen Zusammenhang gab, darüber darf gestritten werden. Für Trump war es seinerzeit jedenfalls klar: Die amerikanische Wirtschaft boome dank seiner Steuerreform, das Vertrauen der Verbraucher und Unternehmer sei so hoch wie seit Jahrzehnten nicht mehr.

          Seitdem ist der S&P-500 um 13 Prozent gefallen, vom aktuellen Allzeithoch aus dem September trennt den Index eine noch größere Spanne. Diesmal hat das in den Augen von Donald Trump aber nichts mit ihm und seiner Politik zu tun.

          Am Mittwoch ließ der Präsident dem Vernehmen nach auf einer Kabinettssitzung verlauten, das jüngste Minus sei ein "glitch", ein kurzer Störimpuls also. Der Markt werde wieder steigen, sobald die Handelsabkommen geschlossen seien.

          Nun, so ist es eben mit Wirtschaft, Aktienmarkt und Politik. Läuft alles gut, sind es natürlich die Verdienste der eigenen Politik, läuft es schlecht, ist es zunächst unbedeutend und am Ende kann man nichts dafür.

          Sollte es schlimmer kommen, so hat Trump den Boden schon dafür bereitet, warum ihn keine Schuld trifft. Die Notenbank um den von ihm selbst berufenen Präsidenten Jerome Powell habe „kein Gespür“ für die Märkte und verstehe nicht, warum er einen „notwendigen Handelskrieg“ führe und welche Folgen ein „starker Dollar“ habe. Das gipfelte in der Aussage: „The only problem our economy has is the Fed.“

          Mit der Haltung an guten Tagen der Mittelpunkt der Welt zu sein und an schlechten nur ein Opfer der Umstände, ist Donald Trump unter Politikern wirklich nicht allein. Andere sind vielleicht etwas dezenter im Auftreten. Aber das kennen wir ja schon.

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