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Aktienmarkt : Dax beendet turbulentes Jahr unter Rekordhoch

  • Aktualisiert am

Bulle und Bär am Frankfurter Börsenplatz. Bild: dpa

Das Börsenjahr 2020 in Deutschland geht mit einem Plus der Dax-Indizes zu Ende. Aber die positive Bilanz täuscht ein wenig.

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          Der Dax hat am Ende eines turbulenten Börsenjahres in einem verkürzten Handel am Mittwoch leicht nachgegeben. Der deutsche Standardwerteindex schloss am Mittwoch in einem ruhigen Geschäft 0,3 Prozent tiefer mit 13.718,78 Punkten. Am Montag hatte der Index noch knapp einen neuen Höchstwert erreicht, aber dann schon am Dienstag ein wenig geschwächelt. Die Nebenwerteindizes MDax und S-Dax schlossen am Mittwoch ebenfalls unter den Höchstständen, die sie am Dienstag erreicht hatten.

          Die Höchststände täuschen indes über die tatsächliche Entwicklung am Aktienmarkt. Da die Dax-Indizes als sogenannte Performance-Indizes eine Wiederanlage von Dividenden fingieren, rechnen sie im Gegensatz zu allen anderen gängigen Aktienindizes international die Ausschüttungen gleichsam in die Kurse mit ein.

          Der mit 100 Werten den deutschen Aktienmarkt breit abbildende F.A.Z.-Index, der dies nicht tut, liegt dagegen mit zuletzt 2431,67 Punkten nicht nur unter seinem Jahreshöchststand aus dem Februar von 2515 Zählern, sondern auch unter seinem Allzeithoch aus dem Januar 2018 von 2567 Punkten. Auch der Dax Kursindex liegt mit 5.935,22 Zählern unter seinem Jahreshoch und dem 2018er Allzeithoch.

          DAX ®

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          Gemessen am Schlussstand Ende 2019 von 13.249,01 Punkten verbuchte der Dax (Performance-Index) trotz des zwischenzeitlichen Corona-Crashs noch ein Jahresplus von 3,5 Prozent, der M-Dax von 8,8 und der S-Dax von 18 Prozent. Der F.A.Z.-Index dagegen verbucht ein Minus von 0,3 Prozent, der Dax-Kursindex ein Plus von 0,4 Prozent.

          Die jüngsten Kursgewinne werden auf eine verbesserte Stimmung aufgrund des in letzter Sekunde geschlossenen  Brexit-Abkommens und die Verabschiedung des amerikanischen Konjunkturpakets sowie die Erwartungen an eine Normalisierung dank Impfstoffen gegen das Coronavirus zurückgeführt. Da all diese Faktoren aber schon längst eingepreist waren, sind auch dünner Handel und die selbsterfüllende Prophezeiung eines guten Jahresendgeschäfts als Ursachen nicht zu vernachlässigen. Wer jetzt Aktien handelt, handelt aus Überzeugung.

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          2020 hat wie allerorten die „Corona-Pandemie“ auch das Börsenjahr geprägt. Die starken Kursverluste am Jahresanfang begannen just am Rosenmontag, dem 24. Februar. Die steile Talfahrt endete erst gut drei Wochen später, am 16. März, bei 8255 Punkten.

          Die beste Wertentwicklung verzeichnete auf Jahressicht mit einem Gewinn von rund 80 Prozent im Dax die Aktie von  Delivery Hero. Der Lieferdienst gilt als Profiteur der Krise, zudem gab dem Aktienkurs die bevorstehende Aufnahme in den Dax einen Schub.

          DAX KURS

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          Größter Verlierer waren Bayer mit einem Minus von rund einem Drittel. Der Aktienkurs fiel im Oktober sogar unter das Tief der Corona-Krise. Der Pharma- und Agrarchemiekonzern konnte den Rechtsstreit um angebliche Krebsrisiken glyphosathaltiger Unkrautvernichter weiter nicht vollständig beilegen. Zudem musste Konzernchef Werner Baumann den Jahresausblick auch wegen der Corona-Krise senken, die teils das Pharmageschäft belastet, da Krankenhäuser auf nicht dringend notwendige Behandlungen verzichteten. Baumann stellte die Anleger zudem auf massiven Gegenwind im Agrargeschäft ein.

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