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Kein Bilanztestat für Staramba : Der Kurs des Überfliegers bricht ein

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Ronaldo für jedermann: 3D-Avatare machen den Kick mit virtuellen Stars möglich. Bild: Staramba

Minus 30 Prozent heißt es auf der Kurstafel für den Hersteller von 3D-Avataren Staramba, nachdem die Wirtschaftsprüfer das Testat verweigert haben. Pikant: Zu den Aktionären und Kunden gehören viele Promis des deutschen Fußballs.

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          Mit 3D-Avataren von Christiano Ronaldo und anderen Promis macht der Berliner Start-Up Staramba von sich reden. Zwischen Februar und Freitag schnellte der Kurs um 85 Prozent auf 64,80 Euro nach oben. Am Montag hingegen steht ein Minus von rund 30 Prozent zu Buche.

          Grund ist, dass die Wirtschaftsprüfung BDO dem Unternehmen das Testat für den Jahresabschluss  2017 verweigert hat. Es sei den Prüfern nicht möglich, nachzuvollziehen, ob Anpassungen der ausgewiesenen Umsatzerlöse und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erforderlich waren. Das Unternehmen habe die für die Prüfung erforderlichen Aufklärungen und Nachweise nicht erbracht.

          Der Verwaltungsrat von Staramba ließ verlauten, er teile die Einschätzung nicht, nehme die „vermeintlichen Gründe“ aber ausgesprochen ernst. Man habe Maßnahmen zur konsequenten Aufklärung eingeleitet. Staramba lege größten Wert auf eine transparente und kontinuierliche Kommunikation, um die Vertrauenswürdigkeit des Unternehmens zu unterstreichen. Nun soll ein zweiter Wirtschaftsprüfer beauftragt werden. Die „vermeintlichen Verhinderungsgründe“ sollen in einem unabhängigen Gutachten geprüft werden.

          NEXR TECHN.SE INH O.N.

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          Basierend auf den prominenten Avataren baut Staramba gerade ein virtuelles soziales Netzwerk auf, wo Nutzer diesen begegnen können. Hierfür hat Staramba erst am Freitag den Vorverkauf für ein sogenanntes Initial Coin Offering (ICO) gestartet. Staramba verkauft dabei virtuelle Münzen (Token) einer die hauseigenen Kryptowährung namens „Staramba.Token“. Diese Token sollen als Zahlungsmittel in dem virtuellen sozialen Netzwerk dienen. Die Erlöse in echtem Geld sollen die Entwicklung der Technologie finanzieren.

          Die Versagung des Bestätigungsvermerks habe aber keine Auswirkungen auf die Finanzplanung, beteuert Staramba. Selbst ohne die Mittel in Höhe von 5,5 Millionen Euro aus dem ICO sei die Finanzierung des Wachstums gesichert.

          Zudem hätten bedeutende Aktionäre der Gesellschaft ihr Vertrauen zum Ausdruck gebracht. Zu diesen gehören unter anderem Sportvorstand Fredi Bobic von Eintracht Frankfurt, Hasan Salihamidzic, Sportdirektor von Bayern München sowie der frühere Nationalspieler Marko Rehmer. Kunden sind nach Angaben des Unternehmens der DFB, Bayern München, aber auch Real Madrid und der FC Barcelona.

          Als weiteren Vertrauensbeweis wertet Staramba, dass die Registrierungen für den ICO mit 12.000 Anmeldungen deutlich über den Erwartungen lägen. Bisher gebe es keine Auswirkungen, für manche Investoren sei dies zudem die lang ersehnte Möglichkeit in das Unternehmen zu investieren.

          Nichtsdestoweniger will Staramba nun den Verwaltungsrat teilweise neu besetzen, „um die Fachkompetenz dieses bedeutenden Organs weiter zu erhöhen“. Zu diesem Zweck sollen ausgewiesene Experten für Finanzen und Wirtschaftsprüfung in den Verwaltungsrat einziehen. Unter der neuen Leitung werde zudem ein Prüfungsausschuss gebildet werden, der in Zukunft die Wirtschaftsprüfungen fachlich vorbereitet und begleitet.

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