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Gesenkte Prognosen : Henkel-Kurs unter Druck

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Persil ist eine der Flagschiffmarken von Henkel. Bild: Reuters

Deutlich unter Druck steht der Kurs der Henkel-Aktie. Nach einem schwachen zweiten Quartal senkte der Konzern nun die Prognose.

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          Die jüngste, volatile Erholung des Aktienkurses von Henkel ist am Dienstag mit einem Kursverlust von mehr als 6 Prozent erst einmal vorüber.Der Konsumgüterkonzern hat die Prognosen für das laufende Geschäftsjahr gesenkt, nachdem die erhoffte Besserung im zweiten Quartal ausgeblieben ist. 

          „Ein weiteres schwaches Quartal“, lautete das kurze Fazit des Analysten Martin Deboo vom Investmenthaus Jefferies. Im Klebstoffgeschäft habe der Umsatz enttäuscht, wenngleich die Profitabilität die Erwartungen „locker“ geschlagen habe. Anders das Segment Haar- und Hautpflege, in dem die bereinigte betriebliche Marge mit 12,2 Prozent die durchschnittlichen Prognosen von 15,6 Prozent deutlich verfehlt habe. “Die neue große Frage ist, ob die anhaltend schrecklichen operativen Ergebnisse zu dramatischen Veränderungen (wie einem Wechsel im Management oder einer strategischen Prüfung des Kosmetikgeschäfts) führen, was wir kurzfristig nicht erwarten", sagte Andrew Wood, Branchenexperte bei Bernstein.

          „Keine Überraschung“ nannte Virginie Roumage vom französischen Investmenthaus Bryan Garnier indes das reduzierte Ziel für den Umsatz in diesem Jahr. Sie habe die Kunden ihres Hauses bereits Ende Juni vor diesem Schritt von Henkel gewarnt. Alle Sparten hätten dazu beigetragen, dass Henkel die Erwartungen für das zweite Quartal verfehlt. In der Klebstoffsparte habe vor allem die schwache Nachfrage aus der Autobranche belastet.

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          „Die Geschäftsentwicklung ist durch ein zunehmend schwieriges Marktumfeld belastet", sagte Konzernchef Hans Van Bylen am Dienstag: „Die Unsicherheit hat zugenommen." Henkel erwartet nun nur noch ein organisches Umsatzwachstum von höchstens 2 Prozent, bislang waren es 2 bis 4 Prozent gewesen. Das bereinigte Ergebnis je Vorzugsaktie werde voraussichtlich noch stärker gegenüber dem Vorjahr schrumpfen als bislang erwartet. "Die Entwicklung im zweiten Quartal war vor allem von einer deutlich rückläufigen Nachfrage in wichtigen Abnehmerindustrien wie der Automobilindustrie geprägt", sagte Van Bylen.

          Im Kosmetik-Geschäft könnten die organischen Erlöse sogar um zwei Prozent sinken. In wichtigen Märkten wie China und Europa entwickelt sich das Massengeschäft mit Kosmetik-Produkten für Henkel negativ, die Sparte bleibe hinter den Erwartungen zurück, sagte Van Bylen. Ein Verkauf des kleinsten Henkel-Geschäfts nach Klebstoffen und Waschmitteln komme aber nicht infrage, machte er deutlich.

          "Henkel ist nicht in der Krise", betont Van Bylen. "Wir haben die richtige Strategie." Mit Investitionen in Digitalisierung, einer Stärkung der Marken und Innovationen werde Henkel wieder nachhaltig wachsen, kündigte der Belgier an. 

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