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Bilanzfehler : Aktienkurs von Voltabox stürzt ab

Die Produkte von Voltabox finden sich in Spezialfahrzeugen. Bild: Voltabox

Ein rabenschwarzer Tag für den Batteriehersteller Voltabox: Rechnungsprüfer monieren schwere Mängel im Jahresabschluss. Auch der Aktienkurs der Muttergesellschaft Paragon steht unter Druck.

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          Das Unternehmen Voltabox, Tochtergesellschaft des Autozulieferers Paragon, gilt als eine der wenigen deutschen reinen „E-Auto-Aktien“. Voltabox stellt Batterien für die Industrie und Kraftfahrzeuge her. Die E-Auto-Phantasie hatte dem Unternehmen 2017 zu einem erfolgreichen Börsengang verholfen. Mit 24 Euro hatte das Unternehmen die Angebotsspanne voll ausgereizt und am ersten Börsentag stieg der Kurs zunächst auf 30 Euro.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Anders ist dies am Montag. Um 24 Prozent fällt der Kurs, nachdem die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) das Ergebnis einer Prüfung des Jahresabschlusses für 2017 bekannt gab. Voltabox hatte seinerzeit einen Konzernverlust von nur 238.000 Euro vor Verlustübernahme durch Paragon ausgewiesen. Nach dem Ergebnis der Prüfung aber beträgt der Verlust tatsächlich 14,4 Millionen Euro.

          Als Hauptgrund wird genannt, dass der Anspruch auf Ausgleich des Verlusts ertragswirksam erfasst worden sei. Ferner bemängelt die DPR nicht unerhebliche Transparenzmängel. So fehle etwa die Angabe dass der Anteils eines Kunden am Umsatz immerhin 67 Prozent ausmachte oder dass die Muttergesellschaft Paragon von Großaktionär und Vorstandschef Klaus Dieter Frers beherrscht wird.

          VOLTABOX AG INH. O.N.

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          Darüber hinaus seien die Angaben nicht ausreichend, um die Veränderung der Finanzverbindlichkeiten zu beurteilen. Einem Kunden seien verlängerte Zahlungskonditionen eingeräumt worden, es sei aber nicht deutlich geworden, dass sich daraus eine wesentliche Veränderung des Ausfallrisikos ergeben habe und ein wesentlicher negativer Effekt auf den operativen Cashflow des Jahres 2018 ergeben werde.

          Wenn die Börse etwas nicht mag, sind es Fehler in den Jahresabschlüssen, da sie zumindest Zweifel an der Qualität der Rechnungslegung aufkommen lassen. Und die DPR ist nicht irgendwer. 2005 hatte sie ihre Arbeit aufgenommen, um eine besser Qualität der Jahresabschlüsse zu gewährleisten.

          Auch am Aktienkurs der Muttergesellschaft Paragon machen sich die Probleme bemerkbar. Schon sehr schwach in den Tag gestartet, notiert sie 17 Prozent tiefer bei nun 23,50 Euro. Beide Aktienkurse haben seit 2017 sehr stark gelitten. Bei Paragon machte sich nicht zuletzt die Abspaltung von Voltabox negativ bemerkbar. Vor dem Börsengang der Tochtergesellschaft hatte der Aktienkurs mehr als 90 Euro erreicht. hatte.

          PARAGON KGAA INH O.N.

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          Die Notierung von Voltabox kam direkt nach dem Börsengang ins Rutschen und fiel von 32,28 Euro bis auf 10,40 Euro im vergangenen Dezember. der Kurssturz vom Montag hat die Zugewinne seit Jahresbeginn seit Anfang März ausradiert.

          Ende der kommenden Woche stehen bei beiden Gesellschaften die Hauptversammlungen an. Diese könnten nun recht ungemütlich verlaufen.

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