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Expertenmeinung : Viele europäische Immobilienaktien straucheln

  • -Aktualisiert am

Im Foyer des Bochumer Immobilienkonzerns Vonovia. Bild: Edgar Schoepal

Viele Immobilienunternehmen erleben eine deutlich Abschwächung. Dennoch bieten mittelgroße Titel wie Aroundtown auch Chancen. Ein Gastbeitrag.

          4 Min.

          Der laufende Normalisierungsprozess des amerikanischen Zinsniveaus und die ebenfalls immer stärker in die Diskussion kommende Wende des europäischen Zinsniveaus hinterlassen ihre Spuren auch in der technischen Gesamtlage der europäischen Immobilienwerte. Der Stoxx Real Estate, eigentlich ein klassisch defensiver technischer Sektorindex, weist insgesamt schon seit dem März vor drei Jahren eine eingetrübte technische Gesamtlage auf. Nicht nur das Sektorschwergewicht Unibail-Rodamco-Westfield, sondern auch die französischen Immobilientitel Gecina und Klepierre, die aktuell größte britische Immobilienaktie Land Securities, aber auch die Deutsche Euroshop befinden sich in Baisse-Trends und haben zuletzt oft neue technische Verkaufssignale geliefert. Unter den weiteren deutschen Immobilienwerten hat Vonovia zurzeit mit einer deutlichen Abschwächung der Aufwärtsdynamik zu kämpfen – nach Jahren der technischen Hausse. Zu den wenigen Titeln im Sektor, die ein attraktives technisches Gesamtbild aufweisen und sich für technische Investments anbieten, gehört die im deutschen Mittelwerte-Index M-Dax notierte Aroundtown.

          Der Stoxx Real Estate umfasst aktuell die führenden 27 europäischen Immobilienwerte. Dieser Sektorindex hatte, ausgehend von einem Kursniveau um 56,7 Punkte, im März 2009 eine Hausse-Bewegung etabliert, die vom Jahr 2011 an und einem Zwischentief bei 93,0 Punkten in einen idealtypischen Hausse-Trend übergegangen ist. Dieser Hausse-Trend führte den Sektorindex bis auf ein Kursniveau um 201,2 Punkte im April 2015 (Widerstandszone), wobei dieser Sektorindex aber nicht in der Lage war, bis an seine bisherigen Allzeithochs um 280 Punkte vom Februar 2007 heranzulaufen.

          Ausgehend von den Topkursen im Jahr 2015, ergab sich im Sektor – parallel zur Gesamtmarktentwicklung in den Jahren 2015/2016 – eine technische Korrektur, die den Sektor sowohl aus dem vierjährigen, idealtypischen Hausse-Trend zur Seite herausgeführt als auch einen Kursrutsch bis auf 155 Punkte im November 2016 (neue Unterstützungszone) geliefert hat. Zwar konnte sich der Sektorindex danach sehr moderat erholen, jedoch ergab sich in den vergangenen zwei Jahren nur eine Seitwärtspendelbewegung mit der Unterstützung um 164 Punkte und der Widerstandszone um 183 Punkte.

          In den letzten Handelstagen wurde auch dieser Sektor von der Gesamtmarktschwäche erfasst, und der Sektorindex ist mit weiteren Trading-Verkaufssignalen unter Druck gekommen. Die technische Gesamtlage signalisiert damit eine Fortsetzung der seit Anfang 2015 bestehenden moderaten technischen Kursschwäche, wobei es dem Sektorindex schwerfallen sollte, in den nächsten Monaten die gestaffelte Unterstützungszone von 155 bis 164 Punkten zu verteidigen. Vor dem Hintergrund der erhöhten Schwankungsintensität in den europäischen Standardwerteindizes bietet sich damit aktuell ein Sektorinvestment in den Stoxx Real Estate nicht als defensive technische Alternative an. Eher gibt es zurzeit bei wenigen Sektorwerten interessante technische Situationen.

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